Guildo Horn und Mitstreiter sorgen für Stimmung

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Guildo Horn erwies sich als versierter Entertainer und echter Multi-Instrumentalist.

Lüdenscheid - Die Radsportler, die im Anschluss an die erste Etappe der NRW-Radtour in Lüdenscheid haltmachten, erwartete am Donnerstag ein echter musikalischer Top-Act. In Zusammenarbeit mit WDR 4 präsentierten die Organisatoren einen Auftritt von „Guildo Horn und den Orthopädischen Stümpfen“ zusammen mit den Blechbläsern der „Asozialen Blaszentrale Dessau“.

Im Rahmen des gut zweistündigen Gigs trieben der wie gewohnt bunt gemusterte, ehemalige Grand-Prix-Star und seine ebenso schrill aufgebrezelte Combo gleich zu Beginn die Stimmung zum Siedepunkt mit dem Song „Ich find Schlager toll“ nach der Melodie von Joan Jetts „I love Rock’n’Roll“. Über die gesamte Länge des Abends wurde klar, dass der „Meister“ auch 16 Jahre nach seiner Teilnahme am Schlager-Grand-Prix nicht das Geringste verlernt hat. So trat er immer wieder in Kontakt zu seinen Fans und verließ die Bühne, um direkt am Absperrzaun mit ihnen feiern zu können.

Dem Wunsch einer Zuschauerin, doch ein Foto mit dem Sänger machen zu dürfen, gab Horn auf der Stelle nach, und auch ein Nachwuchs-Rapper aus der Bergstadt konnte seine Reime auf der Bühne vortragen, spontan begleitet von den Musikern. Für die durchaus stimmigen Texte erhielt der junge Mann sogar noch ein ausdrückliches Lob des Meisters. Horn und seine Musiker setzten überwiegend auf individuelle Interpretationen bekannter Schlager-Klassiker, die sie mit jeder Menge (Selbst-) Ironie, aber auch mit gebührendem Respekt umsetzten.

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Guildo Horn auf dem Rathausplatz

Besonders die Werke von Udo Jürgens hatten es Horn angetan. Bereits als zweite Nummer schmalzte er eine gelungene Version von „Griechischer Wein“ hin, die die Fans begeistert mitsingen konnten, und gegen Ende seines Gigs schmiss sich der Sänger wie Udo Jürgens in einen Bademantel, um noch viel inbrünstiger die Edelschnulze „Merci“ zu intonieren. Guildos Version von „Aber bitte mit Sahne“ stellte buchstäblich das Sahne-Häubchen im Udo-Jürgens-Reigen dar.

Absolut fetzig gestaltete sich die Fassung von Roland-Kaisers „Dich zu lieben“, die mit den ersten Takten von Gary Moores „Walking By Myself“ startete und von den „Orthopädischen Strümpfen“ und ihrem Frontmann im gleichen Tempo fortgeführt wurde. An diesem Abend stellte der Meister eindrucksvoll unter Beweis, dass die Einordnung seiner Person als bloßer „Schlager-Onkel“ deutlich zu kurz greift, denn der Sänger präsentierte sich als versierter Entertainer und echter Multi-Instrumentalist.

Marianne Rosenbergs „Er gehört zu mir“ spielte Horn in atemberaubender Perfektion und Geschwindigkeit auf Kuhglocken (die er beim finalen „Guildo hat Euch lieb“ nochmals grandios einsetzte) und brachte die Menge damit schier zum Toben. Außerdem legte er ein furioses Schlagzeug-Solo hin, das jedem Rock-Drummer zur Ehre gereicht hätte und spielte auf der Akustik-Gitarre. Die gleiche Energie und technische Qualität legten die übrigen Künstler auf der Bühne an den Tag, allen voran die Musiker der „Blaszentrale Dessau“, mit denen Guildo Horn hoffentlich noch öfter zu sehen und hören sein wird. Trotz jeder Menge Klamauk und Slapstick nahm man Combo und Frontmann zu jeder Zeit die musikalischen Ambitionen ab.

Finale Stücke gab es an diesem Abend viele, denn die Künstler ließen sich von ihren Zuhörern immer wieder überreden, noch einen draufzulegen. Letztlich bedankte sich die Combo mit „Vielen Dank für die Blumen“ – einem weiteren Jürgens-Klassiker – und schickten ihre Fans mit dem Kinderlied „Lalelu“ in das Land der Träume. - Von Björn Othlinghaus

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