Comedian zu Gast am Stadtstrand

Gstettenbauer über Gorilla: „Zehn Minuten Lieferzeit, der Rettungswagen braucht elf“

gstettenbauer
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Als stolzer Papa rückte Stand-up-Comedian Maxi Gstettenbauer, der seine Fans am Mittwoch am Stadtstrand Mamanuca zum Lachen brachte, Töchterchen Anna und die Freuden und Leiden des Vaterwerdens in den Mittelpunkt seines Programms.

Da sage noch einer, nur Mütter reden über ihren Nachwuchs! Eines Besseren belehrte Stand-up-Comedian Maxi Gstettenbauer seine Fans am Mittwoch am Lüdenscheider Stadtstrand Mamanuca, wo die „Comedy at the Beach“ in die nächste Runde ging.

Lüdenscheid – Getreu dem Motto „Next Level“ – Titel seines neuen Programms – ließ der Wahl-Kölner alle an den Freuden und Leiden des Vaterwerdens teilhaben – Kaiserschnitt inklusive. „Kleiner Tipp: Nicht gucken. Das sind Tickets zu einer Show, die du nicht sehen willst“, gab er anderen werdenden Vätern warnend mit auf den Weg.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl71.911 (Stand: 31.12.2020)

Wenn ihn eins in Coronazeiten beschäftigte, dann Töchterchen Anna. „Das Leben hat sich unfassbar gewandelt: Ich bin Papa geworden“, verkündete er stolz. Kein Detail des hindernisreichen Wegs zum Kind, für das er substanzielle Anteile seiner Altersvorsorge opferte, ließ er aus. Seinen unterhaltsamen, lustigen Auftritt vor rund 130 Besuchern – vor nicht allzu langer Zeit während des Lockdowns noch undenkbar – kommentierte der gebürtige Straubinger mit den Worten: „Es fühlt sich immer noch so an, als würden wir alle eine Straftat begehen.“

Gstettenbauer bei Mamanuca

Je länger der Abend dauerte, desto mehr kehrte seine verloren geglaubte Routine zurück. Wie ein roter Faden zog sich die Frage, wie es weitergeht, durch sein Programm. Sport? Keine Option. In sich gehen, überdenken, was wichtig ist? Schon eher. „Muss es genauso schnell wie vorher (vor der Pandemie) weitergehen?“, stellte er zweifelnd in den Raum.

Übergangslos – Übergänge sind nicht seine Sache – mokierte er sich über den Kölner Express-Lieferdienst Gorilla, der Supermarktbestellungen innerhalb von zehn Minuten zum Kunden bringt. „Zehn Minuten Lieferzeit, der Rettungswagen braucht elf“, stichelte er. Als ob jemand verhungern würde, wenn er nicht innerhalb von zehn Minuten seine Avocado zu Hause hätte. Ganz zu schweigen vom Schokoriegel to go als neuem Marketing-Gag.

Reichlich Grund zum Mosern, Sticheln und Witzeln fand der Comedian, der aus heiterem Himmel von nachdenklichem Philosophieren über die Zukunft in derbe Witze über und unter der Gürtellinie wechseln konnte, zudem in der Widersprüchlichkeit des Lebens in Pandemiezeiten. Man erinnere sich: 2020, als 10 000 Urlauber auf Mallorca nach dem Corona-Stillstand den sicheren Urlaub testeten: „Das ist kein Test, das sind die Hungerspiele“, schoss es Gstettenbauer da durch den Kopf. Oder der erste Sardinien-Flieger, der damals umkehren musste, weil der Flughafen noch geschlossen war: „Vor Corona ist jeder Flieger auf gut Glück losgeflogen“, rekapitulierte der Comedian, der nicht auf den Mund gefallen war, blitzschnell.

„Alle wollen wieder Normalität“, traf der den Kern der Sache. „Was normal ist, ändert sich. Normal ist immer der Wahnsinn, den du nicht mehr spürst, weil’s normal ist.“ Frauen zu verbrennen – gallige Pointe – sei auch einmal normal gewesen. Sich selbst eingeschlossen bekamen Männer im Haushalt ihr Fett weg. Ebenso die Politik für ihren Umgang mit dem Internet. Ging’s um Töchterchen Anna, Schwangerschaft und Geburt, war Gstettenbauer – auf Einladung von „Der Großstadtjunge“, LSM und XXL Eventmarketing in Lüdenscheid zu Gast – nicht zu bremsen.

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