Brügger Fußweg wurde mitverkauft

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Verkauft und gesperrt: der Fußweg von der Opderbeckstraße über den Spielplatz zur Oberen Schlänke.

Lüdenscheid - Ein Grundstücksverkauf in Brügge im vergangenen Jahr hinterlässt eigentlich nur Verlierer. Die Veräußerung der alten Turnhalle an der Opderbeckstraße durch die Stadt an einen privaten Bauherrn bedeutet für die Brügger zugleich den Verlust des Fußwegs zur Oberen Schlänke. Er wurde gleich mitverkauft.

Von Florian Hesse

An der Oberen Schlänke befinden sich der große Spielplatz und der Bolzplatz des Viertels. Wer jetzt von der Opderbeckstraße dorthin gelangen will, muss einen Schlenker machen. Rund 300 Meter Umweg sind es über die Parkstraße oder auf der anderen Seite über eine Querverbindung von der Friedenstreppe aus – schlammig, zugewachsen und mit Hundehaufen übersät.

Er sei mehrfach von verärgerten Bürgern angesprochen worden, sagt Michael Wülfrath, FDP-Ratsherr aus Brügge, der den Weg selbst gerne nutzt, um beispielsweise von der Volmestraße zur Stadtteilkonferenz in der Grundschule zu gelangen. Auch Schüler gingen vereinzelt über den gepflasterten Weg und die Stufen.

Möglicherweise habe man bei der Stadt nicht gewusst oder zumindest zu spät gemerkt, dass gleich der Weg mitverkauft worden sei, vermutet Wülfrath. Ihn ärgert, dass man vor dem Verkauf nicht einmal ortskundige Bürger aus dem Stadtteil befragte habe. Der Streifen am Grundstücksrand hätte sich leicht aus der verkauften Fläche herauslösen lassen.

Glücklich mit der Situation sind auch die neuen Eigentümer nicht, die dabei sind, die alte Schule für Wohnzwecke umzubauen. Man habe die Stadt vor dem Kauf auch noch auf die Nutzung hingewiesen. Offenhalten wollen sie die Verbindung trotzdem nicht. Als Eigentümer sind sie in der Verkehrssicherungspflicht. Daher sind jetzt die Zugänge von beiden Seiten gesperrt. In der Praxis genutzt werde der Weg ohnehin weniger von Kindern als von Hundebesitzern, so ihre Beobachtung.

Im Rathaus sind die Sorgen längst angekommen. Das Problem: Der Weg ist weder gewidmet noch eingezeichnet. Aus dem Gewohnheitsrecht der Nutzung lasse sich zwar kein Rechtsanspruch ableiten, trotzdem stehe er auf der Agenda ganz oben, so Frank Kuschmirtz, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft: „Wir bemühen uns um eine kurzfristige Lösung.“

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