Grundschul-Aus muss erst im Sommer 2014 kommen

Die Grundschule Schöneck könnte im Spätsommer Teil der Stadtpark-Hauptschule werden oder noch lange bestehen bleiben, falls die Schule Brügge schließt. Im Zweifel kann sich die Politik auch noch ein Jahr Zeit zur Entscheidung lassen.

LÜDENSCHEID ▪ Ob die Grundschule Schöneck oder ihre Partnerschule Brügge schließen muss, das ist die Frage, die jetzt Schulpolitiker und Kollegien sowie – nach dem LN-Bericht – auch Eltern und Bürger in den Stadtteilen bewegt. Aber sie ist nicht die einzige. Es geht auch ums Wann.

Denn der Einschnitt in die Schullandschaft, der laut dem Fahrplan des Stadtrates schon im Sommer erfolgen soll, wäre auch ein Jahr später möglich. Das bestätigte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, auf Anfrage. „Es sind beide Termine denkbar. Rechtlich handelt es sich um eine klassische Übergangssituation.“

Grundsätzlich gehe der Schließungszwang vom „8. Schulrechts-Änderungsgesetz“ aus, das im November veröffentlicht wurde. Es schreibt für Grundschulen die Klassenstärke von 23 Kindern fest, durch die dann die Zahl aller Grundschulkinder einer Stadt zu teilen ist. So errechnet sich die Höchstzahl der Schulklassen in Lüdenscheid – und die liegt so, dass von den aktuellen Standorten zwei schließen müssen. Eine Schließung soll den Schulverbund Schöneck-Brügge treffen, die zweite ist noch offen.

Die Klassenrichtzahl steht allerdings in einer „Übergangsverordnung“ – und die liegt laut Söbbeler bisher nur im Entwurf vor: „Sie hat also noch keine Rechtskraft.“ Deshalb werde die Einhaltung der Richtzahl für Städte erst im Sommer 2014 zum Muss. Bis dahin könne jede Kommune noch bei den alten Regelungen bleiben. „Ob sie damit aber immer gut beraten ist, bleibt dahingestellt.“

In Lüdenscheid sollen sich, wie aus dem Rathaus verlautete, Politik und Verwaltung in Kenntnis dieser Umstände für die rasche Umsetzung entschieden haben: Schon im Februar soll der Schulausschuss die Standortfrage beraten, der Stadtrat im März.

Danach bleibe mehr als ein Jahr Zeit, um den Übergang zu gestalten. Die Entscheidung müsse nach sachlich-fachlichen Erwägungen mit Rücksicht auf das elterliche Wahlverhalten erfolgen. Dazu zählt nach LN-Informationen auch, dass zuletzt sieben Kinder nach Halver auswichen, die in Brügge hätten angemeldet werden können. Zugleich aber soll das Kollegium des Verbundes nach Brügge wollen, wo der Schulbau größer und moderner sei.

Laut Söbbeler greifen zum Sommer 2013 mehrere Paragraphen, die auch Lüdenscheider Schulen betreffen können: So muss die Schülerzahl dann bei mindestens 92 Kindern pro Schule und mindestens 46 pro Teilstandort liegen. Sonst gehe es auch hier um die Existenz.

Grünen-Fraktionschef Otto Bodenheimer erklärte gestern, die Tendenz dort liege klar beim Erhalt der Schule Brügge. Sie sei baulich und brandschutztechnisch besser in Schuss. Das Schöneck-Gebäude liege nah genug an der Hauptschule Stadtpark, um ein Teil von ihr zu werden. Von einer Übergangsverordnung sei Politikern gegenüber nie die Rede gewesen.

Am 24. Januar soll es für die Schulpolitiker Ortstermine an beiden Schulen geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare