Liquidität des Unternehmens kurz- bis mittelfristig gesichert

Grünes Licht für Enervie: RP stimmt Darlehen aus Lüdenscheid und Hagen zu

Ein wichtiger Schritt zur Rettung von Enervie ist getan.

Lüdenscheid - Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Rettung von Enervie ist gemacht. Am Montag erteilte der Regierungspräsident in Arnsberg als Kommunalaufsicht die Bewilligung für die Darlehen der kommunalen Anteilseigner Lüdenscheid und Hagen – punktgenau vor dem Auslaufen der Erklärungsfrist gegenüber den beteiligten Banken am Dienstag.

Alle offenen Fragen seien geklärt, hieß es. Damit standen den Unterschriften von Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas und Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz nichts mehr im Wege.

Der Aufsichtsrat der Enervie-Südwestfalen Energie und Wasser AG bewilligte am Montag in seiner Sitzung den Jahresabschluss 2014, den zuvor das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) testiert hatte. Auch die Aufsichtsräte von Mark-E und Lüdenscheider Stadtwerken stimmten nach LN-Informationen in ihren jeweiligen Sitzungen zu.

Wichtige Voraussetzung sei eine positive Fortführungsprognose, die das Beratungsunternehmen Roland Berger Enervie im Rahmen eines Sanierungsgutachtens bescheinigt habe, teilte Enervie mit. „Inhalt dieses Sanierungsgutachtens ist eine positive Aussage über die Sanierungsfähigkeit und -würdigkeit der Unternehmensgruppe.“

Als wesentliche Basis dafür hätten die Hauptgesellschafter, die Städte Hagen und Lüdenscheid sowie Remondis, hier in den letzten Tagen „harte Patronatserklärungen“ über insgesamt 60 Millionen Euro abgegeben, die insbesondere die Liquidität des Unternehmens kurz- bis mittelfristig absichern, hießt es am Abend weiter.

Diese positive Entwicklung sei Grundlage für die Umsetzung der nun anstehenden „ambitionierten Restrukturierungsmaßnahmen“ bei Enervie. „Der Jahresabschluss 2014 eröffnet zudem die geplante, ertragswirksame Gründung einer großen Netzgesellschaft, an deren Umsetzung derzeit mit Hochdruck gearbeitet wird.“

Ein endgültiges Banken- und Finanzierungskonzept soll bis Ende August erarbeitet werden, das dann ebenfalls dem Regierungspräsidenten als Kommunalaufsicht vorgelegt wird.

Wie berichtet, war die finanzielle Unterstützung der Kommunen – Hagen mit einem Darlehen von 30 Millionen Euro und Lüdenscheid mit 16,8 Millionen Euro sowie der private Anteilseigner Remondis – zentrale Voraussetzung für die Sanierung. Sie bringen dem Konzern 60 Millionen Euro. Enervie hat Verbindlichkeiten von mehr als 600 Millionen Euro.

Lesen Sie zum Thema:

- Krimi um Enervie-Rettung geht weiter

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare