„Grüner Baukloh“: Protest gegen Wohnbaupläne

Post fürs Rathaus: Mit einem Protestbrief wenden sich die Bürger vom Baukloh jetzt gegen den neuen Flächennutzungsplan.

LÜDENSCHEID - 20 Bürger übersandten gestern im Namen der Interessengemeinschaft (IG) „Grüner Baukloh“ ein Protestschreiben an das Planungsamt im Rathaus. Darin äußern sie ihre Bedenken gegen neue Wohnhäuser an der Neuenhofer Straße, die im Entwurf des Flächennutzungsplanes (FNP) für Lüdenscheid vorgesehen sind. Ziel der IG ist es, das Areal als Wohnfläche wieder aus dem FNP zu streichen.

Laut der IG sollen diese Häuser nur zum Teil auf einem Feld errichtet werden: Die Hälfte der als Wohnbebauung markierten Fläche bestehe aus Mischwald mit Buchen, Eichen und Eschen, ein Hecken-Gürtel grenze die Bäume vom Feld ab. „Wie im Umweltbericht richtig vermutet, leben dort Buntspechte und Fledermäuse, aber auch ein Kauz und viele Singvögel“, erklären die Anlieger. „Zudem haben wir dort auch einen Feuersalamander gesehen“, was sich aus der Nähe zum Bachlauf und den Sumpfwiesen erkläre.

Der Umweltbericht zum FNP klassifiziere zudem einen Teil des möglichen Baugrundes als schutzwürdig. Er beschreibe das vorhandene Landschaftsbild als „wertvollen Ortsrand“ und betone, dass die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Dass der Bereich dennoch mit vier Punkten vergleichweise hoch bewertet wurde, ist aus Sicht der IG Grüner Baukloh daher nicht nachzuvollziehen: „Das bedarf der Überprüfung.“

Der FNP-Entwurf widerspreche an dieser Stelle auch eigenen Vorgaben. So werde der offenen Landschaft in Lüdenscheid besonderer Wert beigemessen. Planungsziele seien Erhalt und Steigerung des Erholungswertes. Somit sei gerade dieser innenstadtnahe Freibereich, der von vielen Erholungssuchenden genutzt werde, zu erhalten.

Die Neuenhofer Straße sei zudem keine Wohnstraße, neue Häuser würden „keinen Abschluss der bestehenden Bebauung ergeben, sondern optisch eine neue eröffnen.“

Angesichts der schrumpfenden Bevölkerungszahl empfehle auch das Planungsbüro Wolter, erst Baulücken und Leerstände in der Stadt oder noch nicht komplette Baugebiete zu füllen, bevor man neue Flächen versiegelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare