Grüne Welle in Lüdenscheid auch nachts nicht umsetzbar

Bei Grüner Welle einfach durchfahren: Das bleibt für Lüdenscheids Autofahrer ein Traum.

LÜDENSCHEID - „Es geht nicht, leider.“ Auf diesen Nenner bringen die städtischen Verkehrsplaner Hans Hutya und Christian Hayer das Ergebnis ihrer jetzt beendeten Prüfung, ob Ampeln in Lüdenscheid nachts zur Grünen Welle zu schalten sind.

Die Idee sollte, wie berichtet, sinnlose Wartephasen an leeren Kreuzungen verhindern, den Spritverbrauch sowie Lärm- und Umweltbelastungen verringern. Dass sie nicht funktioniert, liegt laut Hutya an den kurvigen Straßen der Bergstadt. Denn die Induktionsschleifen im Asphalt, die vielen Ampeln vorgelagert sind, lägen meist zu nah an den Anlagen. So müssen Autofahrer, die mit Tempo 40 oder 50 auf eine Kreuzung zufahren, vor dem Umspringen der Ampel auf Grün immer noch scharf abbremsen, statt durchfahren zu können. Ein Zurücklegen der Schleifen könnte das Problem theoretisch zwar beheben. Doch das ist teuer – und wegen der kurvigen Straßen an zu vielen Stellen gar nicht möglich. Nur einzelne Kreuzungen könnten durchlässiger gemacht werden. Ziel der Untersuchung war aber gerade das glatte Durchfahren mehrerer Ampelknoten, etwa auf der Heedfelder Straße.

„Allrot“-Schaltung bleibt Autofahrer-Traum

Dafür hätte man an jeder Ampel – statt des tagsüber geschalteten Phasen-Ablaufs für alle Spuren – nachts stadtweit eine „Allrot“-Schaltung gebraucht: Dabei stehen an jeder Kreuzung alle Signale so lange auf Rot, bis sich ein Auto nähert. Die in Fahrtrichtung vorgelagerte Schleife schaltet die Ampel sofort auf Grün – Abbremsen oder Anhalten sind passé. Das bleibt nun ein Autofahrer-Traum.

An die Untersuchung der dicken Ordner mit Signalakten hatten sich Hutya und Hayer gemacht, nachdem ein Lüdenscheider im Rahmen des Bürgerhaushalts das nächtliche Abschalten aller Ampeln vorgeschlagen hatte. Das lehnte der Bauausschuss im Herbst ab: In den 90er Jahren sei ein solcher Versuch nach schweren Unfällen abgebrochen worden. Im Ausschuss kam dann der Vorschlag zur Grünen Welle auf.

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