Wahl 2020 in Lüdenscheid

FDP und Grüne: Sie könnten zum Zünglein an der Waage werden

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Die FDP könnte, ebenso wie die Grünen, am Ende zum Zünglein an der Waage werden.

Lüdenscheid - Zuwächse auf beiden Seiten, dazu jeweils ein Sitz mehr im Lüdenscheider Rat: Sowohl die FDP als auch die Grünen durften am Ende eines langen Wahlabends zufrieden sein. Ihre Fraktionen könnten am Ende zum Zünglein an der Waage werden.

Freude über die Ergebnisse auf Stadt- und Kreisebene, Enttäuschung über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl: Es waren gemischte Gefühle, die am Sonntagabend in den Reihen der Liberalen herrschten. 

Denn so sehr man sich auch über die Zuwächse – jenseits des Landestrends – freute, so überwog am Ende doch die Enttäuschung darüber, keine größere Rolle im Kampf um das Stadtoberhaupt gespielt zu haben. 

Und so konnte auch Bürgermeisterkandidat Jens Holzrichter, zugleich Fraktionsvorsitzender, trotz humorvoller Kommentare und aufmunternder Handynachrichten nicht verhehlen, sich mehr ausgerechnet zu haben. „Ich bin natürlich enttäuscht und hatte gehofft, dass das Dreier-Rennen generell knapper ausfällt.“ 

Und auch Ortsvereinsvorsitzender Dominik Petereit betrachtete die Zahlen mit gedämpfter Stimmung: „Ich glaube, dass wir einen engagierten Wahlkampf mit einem engagierten Kandidaten betrieben haben – und würden es auch wieder so machen. Ich bin schon enttäuscht, dass es nicht knapper war.“ 

Grund zur Freude seien hingegen die Zuwächse auf Stadt- und Kreisebene, dort konnte die Zahl der Sitze um einen beziehungsweise zwei erhöht werden. „Das lässt sich doch sehen.“

 Im Hinblick auf die Mehrheiten im Rat und mögliche Koalitionen machten die Liberalen am Abend deutlich: „Entscheidend wird die inhaltliche Übereinstimmung sein. Wir müssen schauen, was am Ende rechnerisch und politisch funktioniert.“ 

Ähnliche Worte fand nach Auszählung der Stimmen auch Otto Bodenheimer, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Das ist jetzt eine interessante Konstellation im Rat. Wenn es rechnerisch und inhaltlich passt, dann könnten wir uns vorstellen, die Ampel-Koalition fortzusetzen.“ Im Gegensatz zur vergangenen Wahl sei man nun aufeinander angewiesen. 

Grundsätzlich zeigten sich die Grünen zufrieden mit den Ergebnissen, konnten sie doch sowohl auf Stadt- als auch auf Kreisebene im Hinblick auf Stimmen und Sitze zulegen. „Da haben wir nun mehr als vorher.“ 

Durch den Einzug der ÖDP in den Stadtrat stünden umweltpolitische Themen nun auf zwei Beinen und gewännen an Gewicht. „Mal schauen, wie sich das umsetzen lässt.“ 

Im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl zeigte sich Bodenheimer nicht sonderlich überrascht: Er hatte die Stichwahl erwartet.

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