Grün statt Blüten: Nothaushalt im Stadtbild

LÜDENSCHEID ▪ Die Lüdenscheider Inselwelt bietet für jeden Geschmack etwas: von gepflegt bis naturbelassen, von planiert bis asphaltiert. Die Vielfalt zeigt vor allem eines: Für ein einheitliches, gepflegtes Erscheinungsbild zu sorgen, ist längst zu teuer geworden. Oder, wie es STL-Vize Heino Lange ausdrückt: „Für Schönheit habe ich kein Geld mehr.“

Wo in den Vorjahren noch auf vielen größeren Inseln in Kreuzungs- oder Einmündungsbereichen der Stadt Stiefmütterchen mit der Frühlingssonne um die Wette strahlten, wurde diesmal schlichter Rasen eingesät. Wie im Treibhaus dürfte sich das Lüdenscheider Grün in den letzten Tagen gefühlt haben; entsprechend sieht es auch an vielen Stellen aus. Doch sofern es nicht verkehrsgefährdend wuchert, bleiben Bodendecker samt Löwenzahn, Brennesseln, Disteln und Co nun einfach stehen. „Wir mussten unsere Leistungen ganz enorm zurückfahren“, bedauert Heino Lange die Folgen des Nothaushalts. Die Finanzmisere wird so an vielen Stellen für alle sichtbar. Ähnliches gilt für Schlaglöcher. Auch hier spürt der Bürger den Sparzwang am eigenen Leib.

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Projekt Stadtgrün Lüdenscheid

Abhilfe ist nicht in Sicht, es sei denn, der Bürger wird selber tätig. Der eine oder andere ist bereits aktiv geworden, wie einzelne Bauminseln oder Straßenrandbeete zeigen. Mal nimmt sich ein Ladeninhaber des benachbarten kleinen Fleckchens an, mal ein Privatmann. Sie jäten Unkraut, beschneiden das Grün, setzen Blühendes dazwischen. „Ich erwarte natürlich nicht, dass die Bürger unsere Arbeit machen“, betont Lange. Aber angesichts der Situation ist etwas Unterstützung doch willkommen.

Die Alternative zu gezielter Pflege fällt auch an der einen oder anderen Stelle bereits ins Auge. So gibt es entgrünte, trockene Flächen mit Steinumrandung oder kurzerhand asphaltierte Inseln. Diese Variante gefällt Heino Lange aber auch nicht als stadtweite Dauerlösung: „Ein bisschen Grün ist immer noch schöner als alles Schwarz. Das hat etwas Endgültiges und wäre sehr abschließend geregelt.“

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