Umfassende Immunisierung

Großunternehmen im MK besorgt Impfdosen für Mitarbeiter

Dr. Michael Geim impft am Samstag Mitarbeiter und Angehörige des Lüdenscheider Unternehmens Hasco.
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Dr. Michael Geim impfte am Samstag Mitarbeiter und Angehörige des Lüdenscheider Unternehmens Hasco.

In ein Impfzentrum hat sich am Samstag das Schulungszentrum des Werkzeug- und Formenbauers Hasco im Lüdenscheider Norden verwandelt.

Lüdenscheid – Der Lüdenscheider Arzt Dr. Michael Geim impfte einen Tag lang Mitarbeiter des Unternehmens und bei entsprechender Nachfrage auch deren Angehörige gegen das Corona-Virus.

Insgesamt waren rund 100 Termine für die Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer im Fünf-Minuten-Takt vergeben worden. Hasco-Personalleiter Dr. Sebastian Hüppe lobte die routinierten Impfungen des unermüdlichen Mediziners: „Das ist wie beim Zauberer: Der macht irgendetwas vor, und schon ist es gelaufen.“

Und tatsächlich lockerte der Arzt noch die Oberarmmuskulatur der Impflinge, während er schon längst einen gezielten „Pieks“ verabreichte. Die meisten Geimpften merkten kaum etwas davon.

Der Arzt freute sich darüber, „dass wir so viel Impfstoff bekommen haben“. Man wisse nach den Bestellungen, die über die Apotheken abgewickelt werden, „nie genau, was kommt“.

Für die meisten Geimpften war dieser Termin ihr erster. Einige nutzten aber auch die Gelegenheit, sich ihre zweite Impfung abzuholen. Für alle Erstgeimpften gibt es einen Folgetermin am 7. August.

Durch die Einladung an die Angehörigen kamen auch einige Jugendliche zu einem Impftermin. Vater Michael Jost etwa brachte seine Tochter Lea Sophie (12) und seinen Sohn Jan Henrik (16) mit. Mutter Silke musste nicht mehr geimpft werden, da sie im Krankenhaus arbeitet.

Michael Jost (rechts), seine Ehefrau Silke und die beiden Kinder Jan Henrik und Lea Sofie haben sich im Rahmen der Impfaktion bei Hasco gegen das Coronavirus impfen lassen.

Impfverweigerung war für die Hasco-Mitarbeiter ein Fremdwort. Niemand habe sich der Vorbeugung ausdrücklich verweigert, erklärte Sebastian Hüppe. Zur Impfung hätten sich sogar Außendienstleiter aus Hamburg und Bayern mit ihren Familien angemeldet. Der Aktionstag steigere die Rate der Hasco-Mitarbeiter, die zumindestens einmal geimpft sind, auf mehr als 90 Prozent.

Aber auch zuvor war das Unternehmen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit deren Ausbruch gab es in den Arbeitsabläufen keine großen Probleme. Als Faktoren dieses Erfolgs nennt Sebastian Hüppe ein gut funktionierendes Corona-Management, die nötige Portion Glück und Mitarbeiter im Homeoffice, das bei Hasco „mobiles Arbeiten“ heißt. Nur die Mitarbeiter in Produktion und Logistik mussten durchweg im Unternehmen präsent bleiben. Die Corona-Fälle konnte man „an einer Hand“ abzählen. „Es gab keine Stelle ohne Desinfektionsmittel.“ Auch in den meisten der 35 Niederlassungen des Unternehmens in aller Welt konnten die Mitarbeiter durch ähnliche Aktionen geschützt werden.

Erleichterung war das vorherrschende Gefühl bei den Impflingen in Lüdenscheid. Viele dachten weniger an sich als an andere: Dankbar angenommen wurde die Gewissheit, „niemanden mehr anstecken zu können“. Andere wollten „einfach wieder unbeschwert sein“, „wieder überall hinkönnen“ oder „ein bisschen Sicherheit, um Festivals und Veranstaltungen wieder besuchen zu können“.

Kaum jemand äußerte Urlaubswünsche, die er oder sie sich nun erfüllen könne: Die sich ausbreitende Delta-Variante des Virus löst Unsicherheit aus.

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