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Im Kampf gegen Corona-Folgen: Großer Projekttag an Gymnasien im MK

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Von: Kerstin Zacharias

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Rund 180 Schülerinnen und Schüler der Q1 vom Staberg sowie acht Beratungsstellen und Institutionen nahmen am Projekttag teil.
„Stress- und Krisensituationen erfolgreich meistern“ lautete der Titel eines Projekttages, der am Dienstag für die Q1 der Staberger Gymnasien stattfand. © Kerstin Zacharias

Lernstress, Prüfungsangst, fehlende Motivation: Auch bei den älteren Schülern hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Ein Projekttag mit externen Referenten gab der Q1 der Staberger Gymnasien am Dienstag wertvolle Hilfen.

Lüdenscheid - Dass viele Kinder in der Pandemie gelitten und sowohl schulisch als auch sozial einiges aufzuholen haben, ist unbestritten. Doch nicht nur die Jüngsten haben mit den Folgen von Lockdown, Distanzunterricht und sozialer Isolation zu kämpfen, sondern auch jene, die sich auf der Zielgeraden ihrer schulischen Laufbahn befinden.

Grund genug für die Schülervertretungen der Staberger Gymnasien, gemeinsam mit den Schulleitungen einen Projekttag für die Q1 zu initiieren, um sich eben jenen Themen zu widmen, die in der Pandemie verloren gegangen oder erst durch sie entstanden sind. „Und wir freuen uns, dass wir so viele spontane Zusagen von Beratungsstellen und Institutionen bekommen haben – das ist keine Selbstverständlichkeit“, drückte Schulleiterin Michaela Knaupe den Referenten ihren Dank aus.

Mit Blick auf das Schulprogramm betonte sie, die Schüler dahingehend unterstützen zu wollen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. „Ich hoffe, dass ihr mit Hilfe der externen Referenten euren Blick erweitern und vieles mitnehmen könnt, um Krisensituationen zu meistern.“

Denn dass es diese durchaus gibt, bestätigte auch Xenia Trimpop, Schülersprecherin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die, gemeinsam mit Till Hafenrichter (Schülersprecher des Zepp) maßgeblich an der Organisation des Projekttages beteiligt war. „Im Gespräch mit Mitschülern ist uns aufgefallen, dass es durchaus eine gewisse Belastung gibt, die ihren Ursprung im Lockdown hat“, erläutert die Schülersprecherin. „Aber auch darüber hinaus halten wir es für wichtig, über Themen wie mentale Gesundheit zu sprechen. Denn das wird uns auch in Zukunft begleiten.“

Insgesamt acht Beratungsstellen und Institutionen aus der Stadt sowie dem Kreis hatten für den Projekttag zugesagt und zehn Themen vorbereitet, von denen die Oberstufenschüler jeweils drei auswählen konnten.

Beispiel eigene Stärken und Grenzen

In diesem interaktiven Workshop erarbeitete Jessica Mäkilä (Frauenberatungsstelle MK) mit den Teilnehmerinnen, wie sie sich in Bezug auf ihre Stärken selbst wahrnehmen und wie andere sie sehen. Eine Gruppenübung zeigte zudem auf, wo die eigene Wohlfühlzone liegt und wo man selbst Grenzen zieht.

Beispiel Depression

„An welchem Punkt fängt eine Depression an? Welche Symptome gibt es? Und was kann ich dagegen tun, damit es gar nicht so weit kommt?“ Dies waren nur einige der Fragen, welche die Schüler beispielsweise von Jessica Bönn (Regionale Schulberatungsstelle des Märkischen Kreises) beantwortet bekommen wollten.

Unter dem Titel „So war das nicht immer – Depressionen im Kindes- und Jugendalter“ zeigte sie unter anderem auf, dass Depression eine ernst zu nehmende Krankheit ist, die jeden treffen kann – und wie Veränderungen an sich selbst oder anderen erkannt und eingeordnet werden können.

Beispiel Lernen und Stressmanagement

Gleich mehrere Workshops beschäftigten sich auf unterschiedliche Weise mit Lernstrategien, Zeitmanagement und Motivation – ein Thema, von dem sich die Oberstufenschüler ganz praktische Tipps versprachen und auch bekamen. Wie wichtig ist eine konsequente Pause, um neue Energie zu tanken? Welche Schwerpunkte muss ich setzen, um erfolgreich lernen zu können? Wie kann ich mich neu motivieren? All diese Fragen beschäftigten die Schüler.

„Das war wirklich interessant und wir haben gute Tipps bekommen, wie wir uns beispielsweise auf eine Prüfung vorbereiten können“, zogen Jonathan und Mehmet im Anschluss an den ersten Workshop ein positives Fazit. Und auch Referentin Dr. Anna Katrin Schwabeland-Tuschy hob im Anschluss an ihren Workshop die Bedeutung eines solchen Angebots hervor: „Solche Themen sind extrem wichtig für die Schüler – auch unabhängig von Corona.“ Zudem biete so ein Tag die Chance, den Schülern auch die Beratungslandschaft näher zu bringen.

Wiederholung erwünscht

Und so zeichnete sich bereits vor Ende der Veranstaltung ab, dass eine Wiederholung durchaus gewünscht werde. „Das war heute das Pilotprojekt“, machte Michaela Knaupe deutlich, „aber vielleicht können wir das Angebot ja auch auf die ganze Oberstufe ausweiten.“

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