"Unsere Gesellschaft ist ohne Brauchtum ärmer"

Große Trauer über plötzlichen Tod von Schützenoberst

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LSG-Schützenoberst Holger Heß ist verstorben.

Lüdenscheid - Die Nachricht traf die Schützenfamilie wie ein Schock: Holger Heß, Schützenoberst und 1. Vorsitzender der LSG, ist in der Nacht auf den 27. Juni plötzlich und unerwartet verstorben. Der 62-Jährige hinterlässt seine Frau Regina und Tochter Ann-Katherin.

Die Lüdenscheider Schützengesellschaft verliert mit Holger Heß einen der Schützensache eng verbundenen, so traditionsbewussten wie aufgeschlossenen Vorsitzenden, der das Ehrenamt in schwerer Zeit übernahm. Im April 2013 wurde der selbstständige EDV-Fachmann im Bereich Automatisierungstechnik und LSG-König von 2008 zum Vorsitzenden gewählt. 

Von Beginn an richtete er sein Augenmerk vor allem auf die jungen Leute, die er für die Schützensache begeistern wollte. „Die Generation Internet“, so sagte er einmal, „braucht wohl noch einige Jahre, um zu verstehen, dass unsere Gesellschaft ohne Brauchtum ärmer ist.“ 

Weil ihm die Menschen und die Sache immer sehr am Herzen lagen, fand er trotz seines anstrengenden Jobs, der ihn in viele Ecken der Welt führte, die Zeit für die herausfordernde Vereinsarbeit, für intensive Gespräche über Erneuerung und Zukunft. 

Dass die 1506 gegründete Lüdenscheider Schützengesellschaft an einem Wendepunkt steht, es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, Menschen zu finden, die die Zukunft mitgestalten wollen – das ließ ihn nicht ruhen. Er sollte nicht mehr die Zeit haben, weiterzumachen. 

Gebürtig aus Oberhausen / Rhld., fand Holger Heß seine Heimat in jeder Hinsicht in der Bergstadt. Hier war seine Basis. Beim Segeln konnte er entspannen, auch das Skifahren war willkommener Ausgleich. 

Die Unterstützung und Begeisterung seiner Familie für die Schützensache war wertvoll – ohne sie wäre sein Engagement in dieser Form nicht möglich gewesen. Jetzt muss es ohne ihn weitergehen, in der Familie, in der Schützenfamilie. Es wird schwer. Er fehlt.

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