Große Trauer um Erco-Seniorchef Klaus Jürgen Maack

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Klaus Jürgen Maack ist verstorben.

Lüdenscheid - Erco-Seniorchef Klaus Jürgen Maack (81) ist am letzten Juni-Sonntag verstorben. Die Firma trauert um ihren jahrzehntelangen Vordenker und Lenker, die Stadt verliert eine inspirierende Unternehmerpersönlichkeit.

Als sich Klaus-Jürgen Maack 1995 von dem Stararchitekten Sir Norman Foster nach seinen Architektur- und Designvorstellungen ein Wohnhaus maßschneidern ließ, urteilte eine Fachzeitschrift, der Bauherr habe „kein repräsentatives, sondern ein ‘operatives Haus’“ haben wollen. Diese Messlatte legte der Grandseigneur des Lichts zeitlebens an: sich nicht dem schönen Schein zu fügen, sondern stets den bestmöglichen zu suchen. 

Allem seine Signatur zu geben, war ein Lebensziel, das der Gestalter der Weltfirma Erco fokussiert verfolgte. Am letzten Juni-Sonntag ist der Seniorchef der Lichtfabrik im Alter von 81 Jahren gestorben. Mit der Familie trauert ein großer Freundeskreis um einen inspirierenden Mittelpunkt.

Das von ihm konsequent neu ausgerichtete Unternehmen findet angesichts des endgültigen Abschieds sehr persönliche Worte, die von Maacks Präsenz und Hingabe zeugen: „Wir verdanken ihm viel und werden seinen analytischen Verstand und klugen Humor vermissen.“ Und die Mitarbeiter werden ihren Seniorchef vermissen, der bis zuletzt im Betrieb unterwegs war, sich in der Kantine dazusetzte, für jeden ein persönliches Wort fand – „ein sehr netter Mensch“.

Der gebürtige Lüdenscheider – Industriekaufmann, Studium der Fachrichtung Druckingenieur – fing 1963 bei Erco an. Mit nur 25 Jahren wurde er Geschäftsführer, was er einmal seiner Rolle als „gelernter Schwiegersohn“ zuschrieb. Diese Rolle streifte er bald ab, fand seine neue: „Mit großer Kontinuität war er ein Menschenleben lang der Visionär von Erco“, erinnert der Firmennachruf an die vielfach ausgezeichnete Unternehmerpersönlichkeit. 

Klaus Jürgen Maack hat das Familienunternehmen von 1965 bis 2003 als Geschäftsführer mit radikalen Ideen an einen sich stets wandelnden Markt angepasst, wohl wissend, dass eine vorgegebene Richtung nie endgültig sein kann. Er machte Erco zur weltweit bekannten Marke, die bis heute „Licht statt Leuchten“ verkauft.

Er selbst verkörperte diese Lebensaufgabe, bewegte sich dazu auf internationalem Parkett, blieb aber bodenständig. Deshalb waren sein Rat und seine Ideen auch vor Ort gefragt. Dass seine mutigen Impulse manches Mal zu groß schienen für diese Stadt, hat ihn nicht gebremst.

Er wollte einen Masterplan fürs Licht. Unkoordinierte Einzelaktionen waren für ihn nicht der richtige Weg, große Ziele zu erreichen. Nicht in der Firma, nicht in der Stadt. Kurz nach der Jahrtausendwende setzte er mit dem neuen Hochregal ein durchkonstruiertes Lichtobjekt an den Stadtrand, das damals als „einzigartig in ganz Deutschland“ gewertet wurde. Er wollte es als Anregung für das Projekt „Stadt des Lichts“ verstanden wissen.

Er regte an, riss mit, sponserte – aber er stieß auch dort, wo er nicht selbst agieren konnte, an seine Grenzen. Von den Foster-Schirmen blieb nur ein Prototyp vor der Sparkassenhauptstelle am Sauerfeld.

Von ihm, dem Rotarier, Fachjuroren, Dozenten und gern gesehenen Redner, der seine Zuhörer nie mit Gemeinplätzen entließ, bleibt mehr, viel mehr. Vor allem das Versprechen, das in der unbegrenzten Freiheit des kreativen Denkens zur Gestaltung einer besseren Zukunft liegt: „Sie brauchen in jedem Fall einen ‘sense of humour’. Das nimmt die Hemmung, eine Idee zu äußern, über die andere vielleicht lachen.“

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