Öffentliche WM-Party wieder nicht zu erwarten

Wer in Lüdenscheid mit vielen Fußballfans auf einem öffentlichen Platz vor einer Großleinwand jubeln will, dürfte auch im aktuellen WM-Jahr schlechte Karten haben. - Archivfoto: Nougrigat

Lüdenscheid - André Westermann schließt aus, dass die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM) zur Fußball-Weltmeisterschaft eine große öffentliche WM-Party im Herzen der Stadt auf die Beine stellen kann: „In Eigenregie geht das auf keinen Fall“, sagt der LSM-Geschäftsführer.

Zwar habe es lose Gespräche mit möglichen Partnern – sprich: Gastronomen und auch Privatpersonen – gegeben, aber eine Umsetzung gestalte sich schwierig. Denn die Kosten sind nach Angaben Westermanns hoch. Mit Leinwand sowie dem gesamten Drumherum, Kauf der TV-Lizenz sowie zum Beispiel den erforderlichen Sicherheitskräften und der Bereitstellung der sanitären Anlagen, liege man bei rund 50 000 Euro.

„Das Budget der LSM gibt das nicht her. Es wird schon schwierig genug, den Etat für die Lichtrouten zu stemmen. Da bleibt kein Spielraum“, schildert André Westermann die Zwänge. „Wir könnten unter Umständen für die Rahmenbedingungen sorgen, die erforderlichen Sondernutzungen umsetzen oder unter Umständen die Sicherheitszäune aufstellen.“ Das heiße aber nicht, dass die LSM als Partner möglicher Veranstalter auftreten könne. „Das passt nicht.“

Theoretisch kämen der Stern- und der Rathausplatz in Frage

Als Veranstaltungsorte, an denen eine größere Fangemeinde Platz finden und feiern könnte, kämen theoretisch der Rathaus- und der Sternplatz in Frage. Die Betonung liegt hier allerdings auf „theoretisch“. Da sei ein enormes Sicherheitskonzept notwendig. „Das ist nicht realisierbar“, meint Westermann. Auch der Rosengarten käme in Frage. Doch die begrenzte Besucherzahl, die zwischen 800 und 1000 Fans liegen würde, lässt auch nur begrenzte Einnahmen zu, die in Anbetracht der Kosten für ein Public Viewing zu viele finanzielle Unwägbarkeiten bergen.

In der Vorrunde liegen die Spielzeiten für die Nationalmannschaft gegen Portugal (18 Uhr), Ghana (21 Uhr) und die USA (18 Uhr) noch günstig. Wird es danach später, erfolgt zum Beispiel der Anstoß nach mitteleuropäischer Zeit gegen Mitternacht, dann dürften auch Ruhestörungen ein Problem werden.

Fragezeichen und Vorbehalte überwiegen

Kurzum: Die Fragezeichen und Vorbehalte überwiegen drei Monate vor dem Beginn der Fußball-WM in Brasilien. Findet sich nicht eine Veranstaltergemeinschaft, die möglichst von Sponsoren getragen wird, gibt’s auch 2014 wieder – wie vor vier Jahren –kein Public Viewing in Lüdenscheid – im Gegensatz zu anderen Städten im Märkischen Kreis wie zum Beispiel in Iserlohn, wo 2010 regelmäßig 2500 bis 2700 Fans auf dem Schillerplatz guckten und feierten. Ein privater Veranstalter und örtliche Sponsoren stellten dort die Aktion auf die Beine. Die Stadt sorgte für Sicherheit und übernahm den Jugendschutz. - my

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