Große Koalition für die Staberg-Pausenhalle

Seit Montagabend ist sicher: die Pausenhalle für 1,4 Millionen Euro kommt.

LÜDENSCHEID ▪ Die Fraktionen von SPD und CDU wollen, dass der Hauptausschuss am Montag grünes Licht für den Bau der Pausenhalle am Staberg für 1,4 Millionen Euro gibt. Das erklärten am Montagabend die Fraktionschefs Ingo Diller und Oliver Fröhling.

Nachdem die Sparkasse die Hälfte der fehlenden 400 000 Euro als Spende leisten will und an den Schulen weitere 100 000 Euro gesammelt wurden, soll die Stadt den noch fehlenden Betrag übernehmen, sagten die Vorsitzenden der großen Fraktionen.

Unterschiede gibt es allerdings auch. Laut SPD soll der hohe Angebotsstandard dieser Pausenhalle künftig für alle Schulen gelten. Um das zu erreichen, soll die Sparkassen-Spende, die das Institut ab 2011 jährlich anstelle einer vom Kämmerer angeregten Gewinnabführung leisten will, jeweils „zu einem nennenswerten Anteil“ dem Schulbereich zugute kommen, sagte Ingo Diller.

Laut Oliver Fröhling will die Union zunächst die Verantwortung für die Fehleinschätzung des Baupreises deutlich machen, die allein bei der Verwaltung liege: „Wir fordern den Bürgermeister zu personellen Konsequenzen in der Verwaltung auf. Das Landesgeld herausgerechnet, gab es eine Steigerung des städtischen Anteils um 50 Prozent. Das ist mit einer Entschuldigung nicht erledigt.“

Frank Kuschmirtz, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt, legte indes eine Übersicht über vom Rat bewilligte über- und außerplanmäßige Ausgaben für seinen Betrieb vor. Demnach gab es seit 2005 genau 13 dieser Fälle, wobei es sich laut den beigefügten Erläuterungen fast durchweg um unvorhersehbare Ausgaben handelte – von Kyrillschäden über Pandemieschutz- bis zu vorgezogenen Maßnahmen. Bei der Pausenhalle war die ZGW, wie berichtet, fälschlicherweise davon ausgegangen, mit einer Million Euro auskommen zu können, die im Etat für den Neubau eingeplant war. Die Ausschreibung ergab dann aber, dass das günstigste Angebot um 400 000 Euro höher lag.

Wie auch immer die Frage nach Konsequenzen politisch entschieden wird: Mit dem gestrigen Abend können die Staberg-Schulen sicher sein, dass eine Große Koalition und damit eine sichere Mehrheit am Montag ihre Pausenhalle in der ausgeschriebenen Version unterstützt.

Diller und Fröhling erklärten, dass sonst eine neue Ausschreibung nötig würde, deren Ausgang bei höheren Baupreisen und dem Risiko des Verfallens der Landeszuschüsse in Höhe von 200 000 Euro völlig offen wäre.

Für die Union beschrieb Oliver Fröhling zudem, warum sie von ihrer ursprünglichen Forderung abrückte, eine abgespeckte Planung für eine Million neu auszuschreiben: „Seit Bekanntwerden des Desasters hat sich mit der Sparkassen-Spende und vor allem dem enormen Eltern-Engagement eine völlig neue Situation ergeben.“ Wer jetzt noch Nein sage, stoße alle engagierten Bürger vor den Kopf: „Politik muss auch flexibel auf Veränderungen reagieren können.“

Die Spender am Staberg wollen unterdessen diskret im Hintergrund bleiben, erst recht, was die Höhe einzelner Beträge zum Bau der Pausenhalle an den Staberger Gymnasien angeht. Förderer, Freunde, Ehemalige und Eltern des Zeppelin- und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums wollen 100 000 Euro zur Verfügung stellen, um mit der Umsetzung des Neubau-Projekts noch 2010 beginnen zu können. „Meines Wissens sind die Spenden breit gestreut. Die maximale Höhe einer Spende liegt bei 5000 Euro“, sagte Beate Hoffmeister, Vorsitzende des GSG-Fördervereins mit 426 Mitgliedern.

Zepp-Schulleiter Dr. Stefan Werth erklärte, die Initiative gehe von zwei Personen aus, die intensiv unterwegs gewesen seien, um für ihr Anliegen zu werben – mit immensem Erfolg. Ob noch mehr Geld aufs Konto der Fördervereine fließt, könne er nicht abschätzen. -hgm

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