Projekt in der Fußgängerzone

SPD und CDU: "Radfahren soll verboten bleiben"

Das Radfahren in der Fußgängerzone soll verboten bleiben. Das wollen SPD und CDU im Rat am Montag durchsetzen.

LÜDENSCHEID ▪ Die Ratsfraktionen von SPD und CDU lehnen den von der Stadtverwaltung geplanten Verkehrsversuch ab, Radfahrer von März bis Juni 2013 in der Fußgängerzone fahren zu lassen.

Die FDP will dagegen das Radeln zumindest auf Stern- und Rathausplatz sowie auf der Altenaer Straße zulassen – die enge und bevölkerte Wilhelmstraße ist aber auch den Liberalen dafür zu unsicher. Wie FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter erklärte, soll die testweise Erlaubnis für Fahrräder auf den Plätzen das Queren der City vom Sauerfeld über die Altenaer Straße (zwischen Ex-Kaufhalle und ehemals Sinn-Leffers) in Richtung Bahnhof ermöglichen. Heute müssten Radfahrer dafür die gefährliche Umfahrung vom Sauerfeld durch den Rathaustunnel über den Eselsrücken nehmen, um von einem Ende der Innenstadt zum anderen zu gelangen.

„Auf der Wilhelmstraße darf dagegen kein Rad gefahren werden“, erklärte Holzrichter zugleich. Dort sei der Fußgängerverkehr am stärksten und der Verkehrsraum am engsten, hinzu komme das Steilstück ab der Erlöserkirche hinunter bis zum Sternplatz. „Hier wird man keinen 14-Jährigen durch Ermahnungen dazu bringen, Schritttempo zu fahren.“ Oberhalb der Erlöserkirche könne man dagegen wieder über eine Erlaubnis reden, meint die FDP.

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Die Chancen für solche differenzierten Lösungen stehen indes schlecht. Denn mit SPD und CDU steht eine große Mehrheit im Rat gegen jede Erlaubnis für Drahtesel in der Fußgängerzone. „Wir haben die Wilhelmstraße rauf und runter diskutiert“, berichtete SPD-Fraktionschef Ingo Diller aus der Montagssitzung. Neben den verkehrlichen Problemen fürchteten die Sozialdemokraten auch einen Dammbruch: „Auch wenn die Probephase zeigen sollte, dass es zu gefährlich wird, dann wird es doch so gut wie unmöglich, das nach drei Monaten wieder einzufangen.“

Und dass es für Passanten gefährlich werden kann, hätten die SPD-Vertreter am Samstag an ihrem City-Stand gegen die „Herdprämie“ mehr als ein Mal zu hören bekommen. Diller: „Es gab keinen, der für den Versuch war, aber zahlreiche ältere Bürger, die erklärten, auch künftig sicher durch die Stadt gehen zu wollen.“ Andere Erleichterungen für Radfahrer wie die Freigabe von Busspuren, die als Ergebnis des 1. Radverkehrsforums eingeführt werden sollen, befürworte die SPD. „Die Verwaltung setzt mit ihrem Vorschlag nur die Ideen des Forums um“, nahm Diller das Rathaus zudem aus der Schusslinie.

„Den Unfug komplett ablehnen“ will die CDU-Fraktion laut ihrem Vorsitzenden Oliver Fröhling: „Wir wollen weder die Gefahr eingehen, dass es Verletzte gibt, noch wollen wir die Innenstadt mit Markierungen bunt machen.“ Die Union halte es mit der Polizei, die sich gleichfalls gegen den Versuch ausgesprochen hatte. „Und seit es E-Bikes gibt, hat die Zahl der Radunfälle deutlich zugenommen.“

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