Architektenbüro Artec plant neue Halle für Platestahl

In Brüninghausen soll eine neue Werkshalle entstehen.

BRÜNINGHAUSEN - Die Artec Architektengemeinschaft aus Lüdenscheid hat ein nicht alltägliches Projekt vor der Brust: Im Auftrag der Platestahl Umformtechnik GmbH baut Artec am Unternehmensstandort Lüdenscheid-Brüninghausen bei laufender Produktion und über eine bestehende Halle hinweg eine neue, größere und höhere Halle.

Seit 1863 produziert Platestahl im engen Versetal. In den Jahren stetig gewachsen, besteht das Unternehmen heute aus mehr als 20 Hallen und Gebäuden auf dem landschaftlich reizvoll gelegenen Gelände. „Wir verbinden hier langjährige Schmiedetradition mit modernstem Werkstoff-Know-how und einem äußerst leistungsfähigen Maschinen- und Anlagenpark“, erklärt Geschäftsführer Stefan Heimöller. Platestahl ist ein führender Hersteller von präzisionsgewalzten Ringen, geschmiedeten Scheiben und gezogenem Blankstahl aus Edelstahl. Das Traditionsunternehmen walzt und schmiedet Ringe von zylindrischer Kontur bis hin zum komplex profilierten Teil mit Außendurchmessern von zehn bis 200 Zentimetern und Stückgewichten von einem bis 1500 Kilogramm. Die Produkte finden sich überall dort, „wo Präzision gefragt ist“, so Heimöller - prominenteste Abnehmer sind die Hersteller von Airbus und Eurofighter.

Das 6,5 Hektar große Firmengelände an der Platehofstraße ist mittlerweile jedoch ausgereizt, ein zusätzlicher Neubau nicht möglich. Das Unternehmen braucht dennoch Platz für eine neue, elf Meter hohe Presse, die Ringe von bis zu 300 Kilogramm pro Stück produziert. Für diese Anlage ist die alte, 1937 erbaute Ringwerkshalle erstens zu klein und zweitens statisch nicht ausgelegt.

Gebraucht wird ein Gebäude von insgesamt 77 Metern Länge, 23 Metern Breite und einer Höhe von etwa 16,5 Metern. Mit der Verwirklichung beauftragte Platestahl das Architektenbüro Artec, mit dem das Unternehmen bereits in der Vergangenheit erfolgreich diverse Projekte stemmte. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen. „Die Produktion läuft während der Bauphase weiter, zudem können wir für diese Dauer nicht auf den angrenzenden Lagerplatz verzichten“, erklärt der Platestahl-Geschäftsführer die Überbau-Variante. Artec kann das Projekt nur partiell und unter außergewöhnlichen Sicherungsmaßnahmen realisieren. Erst nach Fertigstellung der neuen Halle wird die alte Stück für Stück abgerissen.

Gebaut wird eine Stahlbetonfertigteilkonstruktion, und zwar in mehreren Bauabschnitten. Die Halle erhält eine Porenbetonfassade mit Mineralwolledämmung und Iso-Panel. „Wir müssen hier hohe Schallschutzauflagen erfüllen“, verdeutlicht Stefan Heimöller. Die neue Halle wird hermetisch abgeschlossen sein und mit einer speziellen Belüftungsanlage ausgestattet. „Das ist für die Nachbarschaft ein Gewinn“, sagt Heimöller. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro.

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