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Klare Worte zu Greta Thunberg und Donald Trump: Gregor Gysi schadenfroh - "Natürlich ist sie..."

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Von: Bettina Görlitzer

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Gregor Gysi sprach in Lüdenscheid in seinem Vortrag auch über Greta Thunberg und Donald Trump. © Bettina Görlitzer

Lüdenscheid - Gregor Gysi nahm bei seinem Vortrag in Lüdenscheid kein Blatt vor den Mund. Er äußerte sich über Greta Thunberg, US-Präsident Donald Trump und Jesus.

Unter dem Titel „Religion und Glauben – wichtig für die Gesellschaft? Die Sicht eines Nicht-Glaubenden“ erlebten rund 400 Lüdenscheider einen gut aufgelegten Gregor Gysi, der schlagfertig und anekdotenreich, eine spitzfindige Analyse der gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit bot. 

Dabei maß Gregor Gysi, ehemalige Linken-Galionsfigur, den Kirchen – speziell der Katholischen – deutlich mehr Einfluss und Bedeutung zu, als es mancher Katholik vielleicht selbst tun würde. Dabei gehe es um die moralischen Werte, die traditionellen Feste und die karitativen Einrichtungen, die die Kirche unterhalte. Seine persönliche Position zum Glauben definierte er so: „Ich lehne Gott nicht ab. Ich glaube nur nicht, dass es ihn gibt.“ 

Gregor Gysi äußert sich zu Greta Thunberg und Donald Trump

Beeindruckt zeigte sich Gregor Gysi  in der Kirche St. Joseph und Medardus von der schwedischen Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg: "Natürlich ist Greta nicht gewöhnlich. Immerhin musste ihr Donald Trump 20 Minuten gegen seinen Willen zuhören. Das muss man erstmal erreichen. Ich habe sein Gesicht dabei sehr genossen", sagte Gysi und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Greta Thunberg hatte beim UN-Klimagipfel in New York eine vielbachtete Rede gehalten. 

Klimaaktivistin Thunberg
Klimaaktivistin Greta Thunberg bekam Unterstützung vom dem ehemaligen Linken-Politiker Gregor Gysi. © picture alliance/dpa

Auch der Bibel maß Gysi in Lüdenscheid einen hohen Stellenwert bei, „wenn ein solches Werk über Jahrtausende eine solche Bedeutung hat“ müsse da was dran sein. Darin sei „fundiert etwas zusammengeschrieben, das bis heute als Orientierung für uns Menschen dient.“ Auch wenn er selbst nicht gläubig sei, habe er doch einige Lieblingsstellen in der Bibel, wie zum Beispiel die Bergpredigt. Es gelinge ihm zwar nicht, seinen Feind zu lieben, aber er schaffe es, ihn nicht zu hassen, sagte der Rechtsanwalt. 

Gregor Gysi über Jesus: "Er wäre in jedem Fall ein Linker."

Aber er ist auch kritischer Denker: „Die Sexualethik der Kirche ist nicht mehr mit dem Leben der Menschen verbunden.“ Viele Themen sprach Gysi an diesem Abend an – locker und unterhaltsam, aber nie leichtfertig. Der Islamismus, der – wie jeder Fanatismus – nichts mit Religion zu tun habe, gehörte genauso zu den Herausforderungen der Zeit, auf die Gysi einging, wie Klimaschutz und der Umgang mit der AFD. Seinen Vortrag beendete er mit dem Hinweis: „Natürlich wäre Jesus nicht in einer Partei, schon gar nicht bei den Linken. Aber ein Linker wäre auf jeden Fall.“

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