Farbenprächtiger Schriftzug

Yves Thomé begleitet die Schüler, ein Kamerateam filmte ihn dabei.

Gevelndorf -   Sie tragen dunkle Pullover, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, Mundschutz, Latexhandschuhe. Das Klappern der Mischkugeln in den Farbdosen ist weithin hörbar. Auf dem Schulhof der Mosaikschule, vormals Erich-Kästner-Schule, entstehen Graffiti. Aber wild gesprüht wird hier nicht. Ganz im Gegenteil. Der Schriftzug „Mosaikschule“ ist von langer Hand geplant.

„Das ist ein Projekt im Rahmen des Landesprogramm ,Kultur und Schule’“, erläutert der Sprayer Yves Thomé, ohne den Blick von seinen Schülern abzuwenden. Der Lüdenscheider ist weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus bekannt dafür, professionell Farbe ins Spiel zu bringen. Ein Schuljahr lang erarbeitet Thomé gemeinsam mit den Schülern der Kreis-Schule am Brockhauser Weg in Gevelndorf die Grundlagen des Sprayens. Die Theorie ist dem Graffiti-Experten wichtig. Sie stand am Anfang des Projektes, an dem in einer ersten Gruppe Schüler der achten Klasse beteiligt sind. Der „Unterricht im Sprühen“ findet im Rahmen der normalen Schulzeit statt, die Teilnahme ist aber nicht verpflichtend. Probleme damit, auf Anhieb genug Teilnehmer zu finden, hatte Thomé nicht.

Zunächst diskutierten die Schüler darüber, was sie sprühen wollen. „Das hat sich ganz demokratisch entwickelt“, so Thomé, „wir haben erst Theorie und Typographie der Buchstaben behandelt. Jeder der Schüler musste anschließend seine Idee zu Papier bringen. Gemeinsam haben wir uns dann für eine Fassung entschieden.“ Mosaikschule sollte es sein, getreu dem neuen Verbund aus der Erich-Kästner-Schule, Astrid-Lindgren-Schule, einer Schule aus Altena und einer aus Meinerzhagen.

Im Anschluss an den theoretischen Teil packten die Schüler die Farben aus – und arbeiteten an ihrem Werk auch bei minus 9 Grad in der vergangenen Woche. „Den Farben macht das nichts“, lacht Thomé, „und die Wand ist ja auch nicht ganz so kalt.“ American Style Writing nennt sich der Stil, mit dem der Schriftzug entstanden ist. Dabei zeigten einige der Schüler großes Potenzial. Immerhin gilt es, einen nicht vorgezeichneten Schriftzug direkt mit der Dose zu gestalten.

Die zweite Gruppe, die Thomé nach Karneval betreut, hat die Umgestaltung der Bushaltestelle vor dem Schulgebäude ins Auge gefasst. Noch ist nicht klar, wie und vor allem wie bunt das Ergebnis sein wird: „Vielleicht gehen wir vorher mal durchs Dorf und holen uns Inspirationen“, so der Künstler. Auch hier wird erst die Theorie erarbeitet, anschließend Sprühübungen gemacht, dann zweifarbig, damit das Endbild schön aussieht.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare