Kontaktbeschränkungen und strenge Kontrollen

Bis 24 Grad am Vatertag im MK: Das ist verboten - Stadt droht mit harten Strafen

+
Die Vatertags-Wanderung in größeren Gruppen wird es in diesem Jahr nicht geben.

Lüdenscheid - Ein Bollerwagen, der männliche Freundeskreis, Bier und ein paar Stullen. So sah die Vatertagswanderung in den vergangenen Jahren aus. Beliebte Ziele am Vatertag sind beispielsweise die Versetalsperre aber auch die Gaststätte zur Brüninghauser Halle. Im Corona-Jahr 2020 müssen sich die wandernden Väter deutlich zurücknehmen.

Ausnahmen von der Coronaschutzverordnung gibt es an diesem Tag nicht. „Das Kontaktverbot gilt auch an Christi Himmelfahrt“, erklärt Marit Schulte, Pressesprecherin der Stadt Lüdenscheid, und kündigt an: „Das Ordnungsamt wird einschlägige Kneipen und Biergärten kontrollieren. Veranstaltungen sind ohnehin untersagt.“ Ein Alkoholverbot gibt es hingegen nicht. 

Das bedeutet: Zu einer Vatertags-Wanderung dürfen sich nur Verwandte in gerader Linie, Ehegatten und Lebenspartner, Geschwister, oder Personen aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten treffen. Die Personenzahl ist dabei jedoch nicht begrenzt. Heißt: Es darf beispielsweise ein Brüderpaar, das nicht in einem gemeinsamen Haushalt lebt, zusammen mit einer weiteren, nicht dem Haushalt zugehörigen Person auf Vatertags-Tour gehen. Jede weitere, nicht einem der Haushalte angehörige Person ist nicht zulässig. 

Auch, wenn der Abstand innerhalb einer größeren Gruppe eingehalten wird, ist das nicht erlaubt und wird als Verstoß geahndet. „Eine größere Gruppe, die zusammen auf Tour geht, wertet das Ordnungsamt als Versammlung. Somit ist es, insofern die größere Gruppe nicht aus maximal zwei Hausständen besteht, nicht erlaubt“, sagt Schulte. Sollte gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen werden, drohe eine Strafe von bis zu 500 Euro. 

„Grillen ist weiterhin nicht erlaubt“, sagt Schulte. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine kurze Rast verboten ist. „Da geht es darum, dass nicht der Grill ausgepackt wird und ein größerer Stopp gemacht wird. Kurz Rast machen, etwas trinken und essen ist da sicherlich noch möglich“, klärt die Pressesprecherin auf. Generell komme es darauf an, größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Seit dem 20. Mai ist zumindest ein Picknick wieder möglich, insofern die Hygiene-Regeln beachtet werden. 

Thomas Kleinhorst, Inhaber der Brüninghauser Halle, verzichtet in diesem Jahr weitestgehend auf das Vatertags-Geschäft. „Es sind an Vatertag teilweise 200 Leute gleichzeitig bei uns zu Gast gewesen. Wir können schon allein die Abstandsregeln für eine große Menschenmenge nicht einhalten, deshalb machen wir nur das normale Geschäft“, sagt der Wirt, der mit Reservierungen arbeitet. Um sich im Vorfeld über Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensweisen zu informieren, falls doch große Ansammlungen an seinem Lokal stattfinden, wollte sich Kleinhorst bei der Polizei Hilfe holen. „Seit Jahren gehe ich vor Vatertag zur Polizei und informiere mich dort“, sagt er und macht anschließend seinem Ärger Luft: „Ich bin von den Beamten abgewimmelt worden. Ich muss sagen, das Verhalten der Polizei war sehr hochnäsig und arrogant. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Beamten haben mir lediglich gesagt, ich solle die Polizei rufen, wenn es irgendwelche Vorfälle bei mir gibt.“ 

Für etwas Beruhigung dürfte bei Kleinhorst sorgen, dass das Ordnungsamt seine Gaststätte als möglichen Hotspot ausgemacht hat und dort vorbeischauen wird, um mögliche Verstöße zu ahnden und größere Versammlungen aufzulösen. In den vergangenen Jahren gab es auch immer wieder Auseinandersetzungen körperlicher Art.

Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei MK, hatte von dem Vorfall keine Kenntnis, sagte aber: „Wenn sich der Herr unfreundlich behandelt fühlte, dann tut es uns leid. Es ist uns immer ein Anliegen, freundlich zu sein.“ 

Zum Vatertag sagte Hüls: „Die Kollegen achten auf die für diesen Tag typischen Vorkommnisse. Sonderaktionen sind nicht geplant. Wir sind aber in der Lage, sehr spontan zu reagieren."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare