Gottesdienst mit Zugabe zum Ende der Gemeindetage

+
Daniel Kallauch und Spaßvogel Willibald sorgten für Unterhaltung im Familiengottesdienst.

Lüdenscheid  - Eine Zugabe im Abschlussgottesdienst der Gemeindetage unter dem Wort – oder überhaupt in einem Gottesdienst: Das hat durchaus Seltenheitswert. Am Sonntagvormittag wurde eine solche gefordert. Und Daniel Kallauch ließ sich von seinen kleinen und großen Zuhörern nicht lange bitten.

Von Bettina Görlitzer

Der Entertainer hielt keine Predigt – er gestaltete gemeinsam mit seiner Handpuppe, dem vorlauten Spaßvogel Willibald, und Wolfgang Zerbin einen Familiengottesdienst, der Kindern, Eltern und Großeltern gleichermaßen Spaß machte.

Erstmals in ihrer mehr als 40-jährigen Geschichte gingen die Gemeindetage unter dem Wort in der Christuskirche mit einem Gottesdienst zu Ende, der viel mehr Show als Predigt war und Generationen verband. Rund 400 Besucher, vom Säugling bis zu Großvater und Großmutter, füllten die Reihen im Mittelschiff der größten Kirche der Stadt. Wenn es geboten war, sangen vor allem Eltern und Kinder die Mitmachlieder von Daniel Kallauch mit, die viele von CDs oder aus dem Fernsehen kannten. „Christ in der Familie“ war der Abschluss der Gemeindetage überschrieben und dieses Motto erfüllte der Vormittag mit dem Entertainer und seiner Handpuppe.

Im Zwiegespräch zeigten die beiden, dass jeder Mensch einzigartig sei und genauso, wie er ist, von Gott geliebt werde. Willibald verzweifelte zunächst, weil er seine Geburtstagsfeier plante, und glaubte, niemand wollte mit ihm feiern. „Keiner hat mich lieb!“, heulte der Vogel. Weil er Daniels Beliebtheit unter anderem auf dessen „tolle“ Stimme zurückführte, bestand Willibald auf einem Stimmentausch. Da merkte der Vogel aber doch, dass man nicht einfach so jemand anders sein kann und das niemand perfekt ist. Dazu gab es es eben die bei Kindern beliebten Lieder.

Ernstere Töne gab es am Samstag bei der letzten Abendveranstaltung der diesjährigen Gemeindetage. „Christ in der Welt“ war das Thema, zu dem als lokaler Interviewpartner zunächst Christian Miss Sabine Drescher Rede und Antwort stand. Als Mitarbeiter des Sozialamtes ist er für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Außerdem gehört er zu den Initiatoren des Café International. Hauptreferentin war Gaby Wentland aus Hamburg, die selbst viele Jahre mit ihrem Mann missionarisch in Afrika tätig war.

Seit 2011 hat sie sich mit dem Verein Mission Freedom dem Kampf gegen den Internationalen Menschenhandel und gegen die Zwangsprostitution verschrieben. Sie erzählte, wie vor allem junge Frauen – aber auch Männer – vorwiegend aus Osteuropa und Nigeria mit falschen Versprechungen nach Deutschland und andere Länder Westeuropas gelockt werden. Anstatt eine seriöse Arbeit zu bekommen, mit deren Lohn sie ihre Familien unterstützen können, würden diese jungen Leute durch Vergewaltigungen und andere Misshandlungen gebrochen und in Bordelle oder auf den Straßenstrich geschickt, ständig unter dem Druck ihrer Zuhälter.

Die Mitglieder von Mission Freedom versuchen, Frauen aus diesen Situationen zu befreien, ihnen ein neues Zuhause sowie medizinische und psychologische Hilfe zu bieten, um ihnen eine neue Perspektive in ihrem Leben zu ermöglichen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare