Gospelchöre in der Kreuzkirche gefeiert

Helmut Jost ist seit Jahren einer der bekanntesten Vertreter der deutschen Gospelszene.

Oberrahmede -  „Südafrika zur Versöhnung führen und nicht in ein großes Blutbad: Das ist zum großen Teil sein Verdienst.“ Zur vielstimmigen Verneigung vor Nelson Mandela und – auf aktuelle Ereignisse bezogen – Menschen in Syrien und Protestierende auf dem Majdan in Kiew geriet das Benefizkonzert in der Kreuzkirche, mit dem der Gospelchor Risecorn aus der Oberrahmede und der Gospelchor der Johanneskirchengemeinde aus Soest unter Leitung von Helmut Jost und Ruthild Wilson mitten ins Herz trafen.

Mit stehenden Ovationen feierten die begeisterten Zuhörer die weit über 100 Sängerinnen und Sänger, denen mit dem Musical „Free at last“ aus der Feder des Künstlerehepaars ein großer Coup gelang. Vor voll besetzten Rängen mauserte sich das Chorprojekt, von einer eindrucksvollen Bildpräsentation und tiefgründigen Zwischentexten begleitet, zu einem fesselnden, stilistisch abwechslungsreichen Hörgenuss. Keinen ließen die zugleich bewegenden und mitreißenden Lieder, die Südafrikas langen Weg zur Versöhnung nachzeichneten, unberührt.

Bestimmt war der Erlös des Konzerts für das christliche Kinderhilfswerk „Compassion Deutschland“, dessen Botschafter Helmut Jost und Ruthild Wilson sind. Bei freiem Eintritt war jeder eingeladen, das Hilfswerk mit einer Spende zu unterstützen. Als Dirigentin geleitete Ruthild Wilson die beiden Chöre, die den berühmten Funken im Handumdrehen entzündeten, mit sicherer Hand durch die Welt faszinierender afrikanischer Rhythmen. Als Sänger und 1. Keyboarder griff Helmut Jost – seit Jahren einer der bekanntesten Vertreter der deutschen Gospelszene - aktiv ins Konzertgeschehen ein. Die Trommeln Afrikas sprichwörtlich zum Leben erweckte Perkussionist Michael Strunk (Siegen), der mit einer Vielzahl von Instrumenten eine einzigartige Atmosphäre zauberte. Bewegende Zwischentexte, die von Ungerechtigkeit, Vergebung und Versöhnung kündeten, streute Stefan Weyer (Keyboard und Moderation) in den mitreißenden Songzyklus ein. Von der landschaftlichen Schönheit Südafrikas, Entwurzelung, Apartheit, todbringender Arbeit in den Minen des Landes, dem Schrei nach Freiheit und Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit war in aufrüttelnden, nachdenklich stimmenden Texten die Rede. „Nur Vergebung heilt die Wunden, weil Vergebung die Herzen befreit“, hieß es am Ende.

Mit tollen Solisten ließen die beiden Chöre „In memoriam Nelson Mandela“ den steinigen Weg Südafrikas aus der Erstarrung der Apartheit zur Versöhnung Revue passieren. Vor allem das intime Duett „Wird mir die Sonne wieder scheinen“ mit der bangen Frage nach einem Wiedersehen von zwei Liebenden, mit dem Helmut Jost und Frosso Nink Herzen anrührten, ging unter die Haut.

Überwiegend auf Deutsch mahnten die gefühlvollen bis pulsierenden Songs, sprichwörtlich mit dem ganzen Körper, Emotion und Leidenschaft gesungen, eine gerechtere Welt, Freiheit und Menschlichkeit an. Nuancenreich, mal sanft, mal stimmgewaltig, setzte der große, eine Einheit bildende Chor die Worte in sprühend lebendige Musik um.

Mit dem Zugabe-Song „Free at last“ lockte der große Chor jeden Besucher aus der Reserve. -  MS

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