Elf Fragen an den Bürgermeister

Das „Lønneberga“ wird Thema im Rat

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Den Anwohnern zu laut: das Café Lønneberga.

Lüdenscheid - Gordan Dudas, der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands, dringt darauf, eine Einigung zwischen den Betreibern des Cafés Lønneberga an der Hochstraße und denjenigen Anwohnern herbeizuführen, die sich vom Lønneberga belästigt fühlen.

Am Beispiel der Dortmunder Szenekneipe „subrosa“ macht er im Gespräch mit den LN klar, dass ihm dies durchaus möglich erscheint.

Ähnlicher Fall in Dortmund

In Dortmund, so erläutert Dudas gegenüber den LN, habe es eine ganz ähnliche Situation wie in Lüdenscheid gegeben. Das „subrosa“, eine bekannte Szenekneipe in der Nordstadt, war ebenfalls vom Ordnungsamt wegen vorgeblich zu großer Lärmentwicklung ermahnt worden. Dies führte zu einem Sturm der Entrüstung inklusive einer eigens gegründeten Facebook-Protestgruppe mit 2000 Mitgliedern. Ende vom Lied: In getrennten Gesprächen mit den beschwerdeführenden Anwohnern und den Betreibern der Kneipe kam es zu einer Einigung. Das „subrosa“ darf weitermachen.

Entwicklung dürfe kaputtgemacht werden

Gordan Dudas betont im Gespräch mit den LN, eine solche Lösung schwebe ihm auch für Lüdenscheid vor: „Dort entwickelt sich gerade eine hervorragende Kneipenszene, zu der beispielsweise auch die ‘Platte Bulette’ und das ‘Eigenart’ gehören. Das darf nicht kaputtgemacht werden, sonst brauchen wir mit den Bemühungen um eine Altstadtbelebung und um Fördermittel des Landes gar nicht erst weiterzumachen. Fällt der erste Dominostein in der Altstadt-Gastronomie, dann wird das eine Kettenreaktion auslösen.“

Förderung von Lärmschutzmaßnahmen denkbar

Natürlich, so sagt der SPD-Politiker, müssten auch die Beschwerden der Anwohner Berücksichtigung finden. Er denke hier beispielsweise an die Förderung von Lärmschutzmaßnahmen wie dem Einbau von spezialverglasten Fenstern. Grundsätzlich gelte aber: „In der Innenstadt sollte man eine höhere Geräuschtoleranz haben als am Waldrand“.

Elf Fragen an den Bürgermeister

Gordan Dudas wendet sich jetzt mit einer Anfrage an Bürgermeister Dieter Dzewas. Antworten wünscht er sich bis zur nächsten Stadtratssitzung am 1. September. Folgende Fragen stellt er:

„1. Wie viele Beschwerden/Anzeigen liegen der Stadtverwaltung in der Summe von wie vielen Beschwerdeführern vor?

2. Welcher Art sind die Beschwerden, beziehen sie sich ausschließlich auf das ‘Lønneberga’ oder auch auf andere Quellen, Einrichtungen oder Lokale? Über welchen Zeitraum sind die Beschwerden/Anzeigen eingegangen?

3. Sind der Verwaltung die Beschwerdeführer bekannt?

4. Wann und in welcher Form wurde seitens der Stadtverwaltung auf die Beschwerden reagiert? Wurden in diesem Zusammenhang seitens der Ordnungsbehörde Messungen vor Ort durchgeführt, mit welchem Ergebnis?

5. Welche Kontakte wurden in Bezug auf die Beschwerden mit den Betreibern des ‘Lønneberga’ gepflegt?

6. Trifft die Aussage in den LN bezüglich der zukünftigen Beschränkung auf zwölf Veranstaltungen per annum zu – welche Kriterien liegen dieser Auflage zugrunde?

Lesen Sie dazu auch:

Zu laut: Lønneberga pausiert

7. Sieht die Stadtverwaltung, Alternativen zu diesen Auflagen?

8. Sind ihr die Lösungsansätze wie im Fall Ordnungsamt-Dortmund/„subrosa“ bekannt?

9. Sieht die Stadtverwaltung auf der Grundlage des Dortmunder Lösungsansatzes auch für das ‘Lønneberga’ eine alternative Möglichkeit?

10. Mit welcher Konzession wird das ‘Lønneberga’ derzeit betrieben?

11. Wie steht die Stadt zu einer lebendigen Kneipenkultur und einer sich entwickelnden Gastronomie-Szene, wie sie derzeit insbesondere in der Oberstadt zu beobachten ist?“

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