Gnatowski enttäuscht: „Reden hat nichts genutzt“

Christian Gnatowski hat auch die Bowlingbahn schon ausgebaut.

LÜDENSCHEID ▪ „Der Laden lief super“, sagte am Montag ein sichtlich enttäuschter Christian Gnatowski. Der ehemalige Pächter des Festzentrums Hohe Steinert hat inzwischen eine ganze Mappe mit Schriftverkehr gesammelt, der sich im Vorfeld der von ihm ausgesprochenen, fristlosen Kündigung (wir berichteten) angesammelt hat. Jetzt, davon geht er aus, hätten wohl die Anwälte das Wort.

Die Stadt habe ihm als Betreiber aufgrund einer Vielzahl von Mängeln den Betrieb in der Festhalle untersagt, erläutert Gnatowski seine Entscheidung zur fristlosen Kündigung. Zu einer Überprüfung sei man als Betreiber in regelmäßigen Abständen verpflichtet. Im März habe er den Bürger-Schützen-Verein bereits auf Mängel hingewiesen, aber nichts sei passiert: „Alles gute Reden hat nichts genutzt.“

Ein Hauptkritikpunkt in der städtischen Reaktion auf den Sachverständigen-Prüfbericht sei gewesen, dass die Gäste im Festsaal bei Netzausfall im Dunkeln stehen würden und somit die Gefahr einer Panik bestünde. Also habe die Stadt ihm die Nutzung des Festsaales – auch unter Brandschutzaspekten – bis zur Beseitigung der Mängel an den Anlagen für die Sicherheitsbeleuchtung und die Sicherheitsstromversorgung untersagt. Inzwischen, so hatte BSV-Chef Rolf Linnepe am Freitag bekräftigt, habe man einiges, aber noch nicht alles, erneuert. Weiteres stehe an.

Für den jungen Lüdenscheider, der sich auf der Steinert langfristig engagieren wollte, waren seine Zukunftspläne auf einen Schlag Makulatur. „Dadurch entsteht mir ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden“, sagt Gnatowski, der jetzt wieder im väterlichen Betrieb mitarbeitet. Er habe eine sechsstellige Summe in den Betrieb investiert. Unter anderem hat er eine Bowlingbahn ein- und inzwischen wieder ausbauen lassen. Die sei bereits verkauft, sagt Gnatowski: „Da klafft jetzt ein Loch.“ Auch das „atmosphärische“ Inventar des Festsaals – Gardinen und Dekoration –, in das er investiert habe, habe er mitgenommen. Dort verblieben sei das Vereinseigentum: Tische, Stühle und die Theke.

Als er Ende Juli 2011 als neuer Pächter feststand, hatte Gnatowski auch die Wohnung über der Gaststätte bezogen – äußeres Zeichen seiner Absicht, sich auf der Hohen Steinert etablieren zu wollen. Allerdings seien auch hier die Mängel beträchtlich gewesen, sagt er, der inzwischen schon wieder ausgezogen ist. Allein die Sache mit der Heizung: Im Winter habe er die komplette Gaststätte heizen müssen, damit’s auch darüber warm wurde.

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