Glühbirnen: Leiser Ausstieg auf Raten

Berlet-Mitarbeiterin Egzona Ruhani demonstriert den Austausch von Glühbirnen durch Energiesparlampen.

LÜDENSCHEID ▪ Im Hellweg-Baumarkt sind sie schon gar nicht mehr im Sortiment, im Obi zeichnet sich kein großer Ansturm ab und bei Berlet ist sie auch kein Anlass für Hamsterkäufe.

Es geht um die Glühlampe mit 75 Watt, deren Tage ab dem 1. September gezählt sind. Denn dann folgt die zweite Ausstiegsphase, aber viel leiser als vor einem Jahr. Als da die die 100-Watt-Birnen vom Markt genommen wurden, war richtig was los, erinnern Verkäufer, aber jetzt sei davon nichts zu spüren. „Es ist wohl so, dass sich die Verbraucher inzwischen schon auf den Kauf von Energiesparlampen eingestellt haben“, so der Tenor einer LN-Umfrage. Die 75-Watt-Birne sei aber eh nicht der Renner gewesen. Bei Saturn hatte man sie schon gar nicht mehr im Angebot.

Nach und nach werden die Glühbirnen vollkommen verschwunden sein. So will es die entsprechende EU-Verordnung. Ab 2011 trifft es die Glühbirnen mit mehr als 40 Watt und ab 2012 dann Lampen, die mehr als 10 Watt leisten. Durch die flächendeckende Einführung von Energiesparlampen soll der Stromverbrauch gedrosselt werden. Das ist auch unbestritten: Bei der Anschaffung entsteht zwar je nach Typ ein fünffach höherer Preis als beim Kauf der guten, alten Glühbirne. Doch so gut war die gar nicht. Nach Angaben des Umweltbundesamtes, wandeln Glühlampen nur etwa fünf Prozent der eingesetzten Energie in Licht um. Der Rest verpuffe als Wärme im Raum. Eine Energiesparlampe könne hingegen etwa 25 Prozent des Stroms zur Lichterzeugung nutzen. Das Klima profitiere und Verbraucher sparten bares Geld, betont das Bundesamt: Nach Berechnungen der Stiftung Warentest sinken die Stromkosten in einem Haushalt zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle, qualitativ hochwertige

Energiesparlampe ausgetauscht werde. Die Rechnung legt 10 000 Betriebsstunden zugrunde, je nach Nutzungsintensität seien dies drei bis zehn Jahre.

Laut Verbraucherzentrale enthalten Energiesparlampen geringe Mengen an Quecksilber und müssen separat als Elektroschrott gesammelt und vom Hersteller entsorgt werden.

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