Bewegendes Erlebnis mit Glory Gospel Singers

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Die Gospelsänger suchten den Kontakt zum Publikum und wussten die Gäste in der Johanneskirche aus der Reserve zu locken.

Lüdenscheid - Einen inspirierenden Auftritt haben die New Yorker Glory Gospel Singers in der evangelischen Johanneskirche geboten. Großer Beifall und hohe Erwartung nach der Ankündigung des Sextetts – und mitten in den rauschenden Applaus marschierte locker dahinschreitend Pianist Alain Merville ein.

Er setzte sich an sein Instrument, und erst auf seinen Einsatz hin zogen die fünf Sänger der Glory Gospel Singers ein. Ein kleines Medley zur Eingewöhnung, es folgten weithin bekannte Lieder in zeitgemäßem Gewand. Als sich Martina Bruno anschickte, „Go Down Moses“ solo in die Kirche zu setzen, wurde es mucksmäuschenstill in der Johanneskirche. Ausgestattet mit einer kräftigen Stimme, die über drei Oktaven reicht, bot sie eine interpretatorische Glanzleistung. Dramatischen Alt wie jubilierenden Sopran vereinte sie zu einer gesanglichen Erzählung mit großer Empathie.

Von da an war der Bann gebrochen. Tosender Applaus für Martina Bruno. Mit „Josua Fit the Battle of Jericho“ lief das Konzert weiter auf bekanntem Terrain. Dabei zeigte sich nachdrücklich, dass die fünf aus dem rund 70 Sängern umfassenden WWRL Community Chorale ausgewählten Interpreten prächtig miteinander harmonierten und zudem auch über ausgezeichnete solistische Fähigkeiten verfügen. Das effektvoll angerichtete Lied „Amazing Grace“ schmetterte Sopran Allison Sanders in den Raum, dass den Zuhörern nahezu der Atem stockte. Auch Shatima Felder und Marc Allen wussten zu überzeugen.

Irgendwie landeten dann Zuhörer wie Interpreten „Down by the Riverside“ und „When the Saints“. Da ging es vom Altarraum kollektiv zu den Zuhörern, machte man sich ans Gemeinschaftserlebnis. Courtney Richardson hatte es eine ältere Frau im Rollstuhl angetan, und schon machten die beiden Händchen haltend Stimmung. Auch die anderen Sänger suchten den Kontakt. Eine erste fröhlich bewegte Szenerie mit klatschenden und tanzenden Menschen. Wenig später ging es ans gemeinschaftliche Singen. Erst auf „lalala“ und dann mit „When the Saints“. Das Konzert wurde in diesen Momenten zum Gemeinschaftserlebnis. Die Ankündigung, man wolle für das Publikum und vor allem mit den „Zuhörern“ singen, wurde bei diesem Konzert trefflich realisiert. Beide beschenkten einander. Der Abend gelang, weil Ausnahmekönner mit großem Zug zum Publikum und offenem Bekenntnis ihr „Publikum“ aus der Reserve zu locken wussten. - usc

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