Glocken-Klöppel bekommt neue Bronzepuffer

Kranfahrer Andreas Benzler von der Firma Schiwek hievte gestern Mittag den mehrere hundert Kilo schweren Klöppel aus dem Turm der Christuskirche.

LÜDENSCHEID ▪ Mit der kleinsten ihrer drei Glocken muss sich die Christuskirche in den kommenden Wochen bemerkbar machen: Kranfahrer Andreas Benzler hievte gestern Mittag mithilfe eines Krans der Firma Gisela Schiwek den mehrere hundert Kilo schweren Stahlklöppel der größten Glocke aus dem Turm.

Anschließend wurde er in ein Fahrzeug der Glockengießerei Rincker aus dem nordhessischen Sinn verladen. In deren Fachwerkstatt sollen die abgenutzten Bronzepuffer des Klöppels erneuert werden, damit nicht in absehbarer Zeit dessen Stahl auf den Stahl der Glocke schlägt. Der Traditionsbetrieb ist auch für die jährliche Wartung der drei Glocken verantwortlich. Marode sind auch die Motoren der drei Klöppel, die ebenfalls erneuert werden sollen. Martin Schmidt, Bauausschussvorsitzender der Kirchengemeinde, und Presbyter Wolf-Dieter Thomas verfolgten das Geschehen gestern vor Ort. Finanziert werde die Erneuerung aus Haushaltsrücklagen der Gemeinde, die speziell für solche Zwecke gebildet werden, sagte Schmidt.

Die drei Stahlglocken der Christuskirche ersetzten 1920 drei bronzene Glocken, die 1917 für Kriegszwecke eingeschmolzen worden waren. „Kriegsweh brach der Glocke Herz, Waffe ward das klingende Erz, Glocke aus Stahl künd weit und breit Deutschlands harte Prüfungszeit“, lautet die patriotische und etwas wehmütige Inschrift auf der stählernen Ersatzglocke. Die Gemeinde hatte die Lieferung 1920 gerichtlich durchsetzen müssen, da die Herstellerfirma „Ulrich und Wenle“ aus Apolda nachträglich einen zehnprozentigen Teuerungszuschlag verlangt hatte. ▪ thk

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