Glassammler geht auf Spurensuche

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Sammler begeistert die Vielfalt der Formen, die in den 70er Jahren in der Driburger Glashütte verarbeitet wurden. - Fotos: Baumann

LÜDENSCHEID  - Hans-J. Baumann ist Sammler. Das macht neugierig und hartnäckig. Und so landete in der LN-Redaktion jetzt die Anfrage des Glassammlers aus Rheinland-Pfalz, der Hilfe bei der Herkunftsbestimmung von Kupferformlingen braucht.

Er wolle Eindeutigkeiten schaffen, Vielfalt dokumentieren, ein Buch schreiben, um einer kleinen Glashütte „ein Gesicht“ zu geben, sagt er zum Antrieb. Um das Vorhaben zu verwirklichen, seien die LN „der letzte Anker“.

Konkret geht es darum herauszufinden, welche Firma die Kupferformlinge hergestellt hat, die geschickte Glasbläser zur Schaffung von sehr speziellen Glas-in-Kupfer-Kreationen verwendet hätten.

Das Glasmuseum Bad Driburg widmet diesen Gebrauchsgläsern eine eigene Ausstellungsvitrine und auch Sammler Baumann hat inzwischen an die 50 verschiedene Objekte. „Alltagsgläser, Dekorgläser, Vasen, Mörser, Schalen, Krüge – man hält diese Vielfalt nicht für möglich“, schwärmt er von „unermesslich vielen Varianten“. 1974 wurde die Driburger Glashütte geschlossen.

Anfang der 70er Jahre müssten die Kupferformlinge geliefert worden sein, hat er herausgefunden. In Gesprächen mit zwei ehemaligen Mitarbeitern der Hütte kam dann der Hinweis woher: „aus dem Lüdenscheider Raum“.

Doch welcher Metall verarbeitende Betrieb in Lüdenscheid oder Umgebung könnte diese Formen „aufwändig hergestellt“ haben, wie der Sammler beschreibt: „so fein, so exakt geschweißt, man kann nicht einmal die Naht erkennen“.

Es sehe aus wie gestanzt, sei aber geschweißt. Das flüssige Glas drücke sich durch die perforierte Öffnung und schließe bündig mit dem Glas ab, so dass es „wie eine Einheit“ wirke. Das Ergebnis sei überraschend in seiner dekorativen Wirkung. Viele andere Hütten hätten diese Art der Fertigung versucht, in Bad Driburg sei sie gelungen.

In den 70er/80er Jahren habe es ein Glashüttensterben gegeben, so Baumann, Namhafte Betriebe verschwanden und mit ihnen die Geschichte der Produkte, die sie herstellten. „Im Nachhinein gerieten manche Glaskreationen/-serien zum identitässtiftenden Markenzeichen.“ Aus zeittypischen Mustern und Formgebungen sei so die Handschrift einer Firma entstanden.

Darauf, diese Handschrift der Driburger Glashütte mit Hilfe der Lüdenscheider zu entziffern und vielleicht weitere Exemplare zu finden, hofft Hans-J. Baumann nun. Redaktion und Sammler sind gespannt auf Reaktionen unter der Sekretariatstelefonnummer 02 35 1/ 15 82 09 oder über ln@mzv.net.

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