Magazin "Impulse" adelt Lüdenscheid und Umgebung

LÜDENSCHEID ▪ Das Unternehmer-Magazin „Impulse“ hat Lüdenscheid und die nähere Umgebung in der Sonderausgabe „Impulse Wissen“ als „innovativste Region“ Deutschlands geadelt.

Nach Erkenntnissen zweier Münchner Wissenschaftler haben sich hier demnach die meisten Familienunternehmen aus forschungsintensiven Branchen angesiedelt.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Rems-Murr-Kreis und der Kreis Esslingen. Bürgermeister Dieter Dzewas kommentierte die Veröffentlichung mit den Worten: „Das entspricht meiner Wahrnehmung. Südwestfalen ist im Aufbruch.“

Unter der Überschrift „Warum bloß Lüdenscheid?“ kommen die Autoren zu überraschenden Einsichten in die „hügelige Provinz“. Kurze Wege, Verträge per Handschlag, Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl – „was klingt wie eine dörfliche Idylle aus vergangenen Zeiten, ist tatsächlich der entscheidende Vorteil der Provinz“. Oder, wie es in dem Artikel auch heißt: „Man kennt sich, man schätzt sich – und trinkt das eine oder andere Bier zusammen.“

Als Protagonisten mit Schwerpunkten zwischen Ortsnähe und Internationalität nennen die „Impulse Wissen“-Macher unter anderem Firmen wie Fischer Elektronik, Kostal, Gerhardi Alutechnik, natürlich Erco, aber auch die Werbeagentur David & Goliath in der Altstadt. Deren Gründer, Matthias Czech und Gregor Biedrzycki, sind in der Reportage die Hauptdarsteller, zu deren Kundenstamm „fast alle bedeutenden Familienunternehmen der Region“ gehören. „Die Unternehmer hier sind treu“, wird Czech zitiert. „Bist du gut, hast du sie ein ganzes Leben.“

Doch das „Kaff in den Sauerländer Bergen“, wie „Impulse“-Autor Christian Salewski Lüdenscheid unter anderem nennt, gelte auch deshalb als „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“, weil hier Fachkräfte ausgebildet werden, nicht zuletzt in der neuen Fachhochschule am Bahnhof. Und weil regionale Mittelständler mit der Förderung der Phänomenta zur Begeisterung der Kinder für Technik beitragen.

Das Stadtoberhaupt, in einer Nebenrolle ebenfalls Gesprächspartner der „Impulse“-Redaktion, freut sich in Zeiten harter Sparentscheidungen über etwas Abwechslung im Lüdenscheider Stimmungsbild, zeigte gestern im LN-Gespräch aber auch Zurückhaltung. „Man sollte mal die Frage stellen, wie die Bewertungskriterien konkret aussahen und wie repräsentativ die Ergebnisse wirklich sind“, so Dieter Dzewas. Tatsächlich sei in den zurückliegenden zehn Jahren aber vieles geleistet worden, was den Standort Lüdenscheid „attraktiv und leistungsfähig“ mache.

„Haushoher Sieger“ ist Lüdenscheid und Umgebung vor Städten wie München (13.) oder Berlin (5.). Gut abgeschnitten haben aber auch Olpe (9.), Reutlingen (10.) oder der Ennepe-Ruhr-Kreis (12.) – Gegenden mit überdurchschnittlich vielen forschungsintensiven Familienunternehmen.

Olaf Moos

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