Gibt es bald auch Sitzblockaden bei "Fridays for Future" im MK?

+
"Fridays for Future" in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Für wann ist die nächste Fridays-for-Future-Demonstration in Lüdenscheid geplant? Findet die wöchentliche Mahnwache noch statt? Und wie stehen die Lüdenscheider Fridays-for Future-Aktivisten eigentlich zu „Extinction Rebellion“ [XR]?

Leonard Ohle (21), Schüler des Bergstadt-Gymnasiums und Lüdenscheider Fridays-for-Future-Aktivist, gibt im Gespräch mit LN-Praktikantin Nelly Raith Antworten. 

Das sagt er zu den Plänen:

Ist schon etwas für den 29. November, den „Global Day on Climate Action“, für Lüdenscheid geplant? 

Wir stecken schon in der Planung für die nächste große Demonstration. Die wird am 29. November, dem „Global Day on Climate Action“, stattfinden. Genaueres dazu wird ab dem 28. Oktober bekannt gegeben. 

Findet die wöchentliche Mahnwache freitags in Lüdenscheid noch statt? 

Die wöchentliche Mahnwache wurde ausgesetzt, aus zwei Gründen: Die Forderung der Mahnwachen war der Ausruf des Klimanotstandes für Lüdenscheid. Die Stadt hat diesen abgelehnt und stattdessen ein Aktionsprogramm verabschiedet. 

Leonard Ohle, Fridays-for-Future-Aktivist.

Zusätzlich dazu wurde die Organisation der nächsten Demo und der Mahnwachen zu viel für uns Schüler. Wir wollen in Zukunft weg von den Mahnwachen, hin zu konkreten Aktionen. Nach der letzten Mahnwache am 18. Oktober steht jetzt ganz groß die Demonstration am 29. November in unserem Terminkalender. Zukünftig soll zudem eine Baumpflanzaktion stattfinden. 

Wie kann man selber aktiv werden? 

Bislang besteht unser Organisationsteam aus Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 12. Hilfe bei Planung, Organisation und Werbung brauchen wir immer. Wer sich engagieren möchte, kann gerne zu einem der Ortsgruppentreffen kommen. Die Termine geben wir via Facebook und Instagram bekannt. 

Wie stehen Sie zu Extinction Rebellion? 

Die Extinction Rebellion hat sehr ähnliche Forderungen und Aktionen wie „Fridays for Future“. Mit ihren Sitzblockaden sind sie allerdings ein Stück weit radikaler. 

Ist diese radikalere Protestform [Extinction Rebellion] gerechtfertigt beziehungsweise angemessen? 

In meinen Augen ja. Am 20. September haben deutschlandweit 1,4 Millionen Menschen für bessere Klimapolitik demonstriert. Die Bundesregierung hat es jedoch mit ihrem Klimapaket nicht ansatzweise geschafft, dem näherzukommen. Ich bin mir da ganz sicher: Die vorgeschlagenen Maßnahmen der Bundesregierung sind sozial ungerecht und werden kaum einen positiven Effekt haben. 

Was muss eigentlich noch alles passieren, bis die Politik endlich auf ihre beratenden Wissenschaftler hört? Wie viele Menschen müssen noch auf die Straße gehen? 1,4 Millionen Menschen waren immerhin auf der Straße. 

An dieser Stelle sympathisiere ich mit XR, solange sie genauso wie FFF gewaltfrei bleiben. Für zu drastisch halte ich sie, in Anbetracht der Mutlosigkeit der Politik und der Bedrohung, vor der wir stehen, in keiner Weise. Wie gesagt, die Gewaltlosigkeit spielt da eine zentrale Rolle bei mir.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare