Funklochkarte der Netzagentur

Wo gibt es 4G?: So ist der Smartphone-Empfang in Lüdenscheid

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Mit der Breitbandmessung-/Funkloch-App für Android und iOS können Nutzer auch in Lüdenscheid protokollieren, ob ein Funkloch vorliegt, eine Mobilfunkanbindung verfügbar ist und welche Mobilfunktechnologie genutzt wird.

Lüdenscheid - Viel Weißraum am Ostufer der Versetalsperre sowie in den Bezirken Brügge und Brüninghausen. Flächendeckendes Magenta in Lüdenscheids Innenstadt, Grünewald und entlang der A45. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte jetzt Rohdaten zur Empfangsqualität der Mobilfunkanbieter. Daraus entstand eine weitere Funklochkarte für Deutschland. Mit Detail-Ergebnissen für Lüdenscheid.

Demnach telefonieren, surfen und chatten Mobilfunknutzer innerhalb von 60 Prozent des Lüdenscheider Stadtgebiets in 4G- oder 3G-Qualität. Auf der Funklochkarte durch magenta- oder lila-farbene Waben (Hexagone) angezeigt. Während auf 20 Prozent des Orts-Areals regelmäßig kein Netz für Handy, Smartphone und Tablet zur Verfügung steht. Türkise Hexagone oder weiße Flächen scheinen das anzuzeigen.

Scheinen. Denn „die Funklochkarte ist nicht aussagekräftig für die Empfangsqualität“, sagt Michael Reifenberg von der Bundesnetzagentur. Die komplette Datenbasis liefern nämlich ausschließlich Nutzer einer Breitband- beziehungsweise Funkloch-App (siehe Kasten).

Die Bundesnetzagentur hatte diese App Ende Oktober 2018 veröffentlicht. Laut Reifenberg haben rund 190 000 Nutzer innerhalb eines Jahres die Funkloch-App installiert und damit bundesweit 160 Millionen Messpunkte übermittelt. Mit der App können Nutzer protokollieren, ob ein Funkloch vorliegt, eine Mobilfunkanbindung verfügbar ist und welche Mobilfunktechnologie genutzt wird.

Reifenberg: „Kartennutzer müssen jedoch wissen, dass eben nur Ergebnisse für Punkte angezeigt werden, an denen die Funkloch-App auch tatsächlich aktiviert wurde. Ein weißer Fleck auf der Karte zeigt nur, dass dort niemand die App genutzt hat.“

Bundesweit seien gerade zehn Prozent der Hexagone (je nach Kartenzoom zwischen 100 Metern und 25 Kilometern breit), aus denen die Fläche Deutschlands gerastert wurde, mit Messdaten gefüllt worden. Für Lüdenscheid gibt es zwar Messdaten von 70 Prozent der Stadtfläche. Aber auch hier kann die Funkloch-App die Qualität eines Netzes nur im Rahmen des Mobilfunkvertrags eines Nutzers erfassen.

„Wer laut Vertrag zum Beispiel nur 3G nutzen darf, kann mit der App auf seinem Smartphone eben auch keine Daten zur 4G-Abdeckung erfassen“, erklärt Reifenberg. Hinzu kommt die unterschiedlich gute Empfangsqualität von Smartphones oder Tablets.

Eine Übersichtskarte mit Daten eigener Mess-Ergebnisse der Bundesnetzagentur gibt es laut Reifenberg bislang nicht: „Über so eine Karte wird aktuell diskutiert“. Weitgehend objektive und aussagekräftige Informationen zur Mobilfunkqualität in Lüdenscheid und im Rest Deutschlands liefert auch der Breitbandatlas (breitbandatlas.de) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nicht.

Dieses digitale Kartenwerk stützt sich zwar auf eine breitere Datenbasis als die Funklochkarte. Neben dem Material aus der Funkloch-App nutzt das BMVI dabei jedoch vor allem Zahlen der Mobilfunkbetreiber Telefónica, Telekom und Vodafone.

Trotz aller Schwächen lieferten Funkloch-App und die daraus resultierende Funkloch-Karte „einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Mobilfunkqualität“, sagt Michael Reifenberg. „Und für die kommenden Besprechungen mit den Mobilfunkanbietern“. Tatsache bleibt laut Reifenberg, dass „gute Empfangsqualität auf dem Sportplatz im Wald oder am einsamen See vertraglich nicht zu den Versorgungsauflagen der Mobilfunkanbieter zählen.“

Wie gut die Mobilfunkqualität am Ostufer der Versetalsperre, in Brügge oder Brüninghausen wirklich ist, müssen die Lüdenscheider wohl selber ausprobieren. Am besten vorher die Funkloch-App runterladen und aktivieren. Vielleicht bekommt Lüdenscheid so in der nächsten Funkloch-Karte ein paar Magenta-Hexagone dazu.

App und Karte:

Die Breitbandmessung-/Funkloch-App steht für Android und iOS kostenlos in den App-Stores unter anderen von Apple, Amazon oder Google zur Verfügung. Wer Lüdenscheids Funklöcher sehen möchte, findet Infos unter www.breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch. Anbieter der Website ist die zafaco GmbH, Ismaning. Layout und Seiten-Programmierung kommen von Beckdesign GmbH, Bochum. Das Zahlenmaterial stammt von der Bundesnetzagentur, die Daten der Funkloch-App dafür auswertete.

Von Heiko Schlierenkamp

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