Poetry Slam „World of Wordcraft“ im Kulturhaus: Achim Leufkergewinnt

Gewitzte Schlagerparade führt zum Sieg

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Marian Heuser (rechts) mit den drei Finalisten Luca Swieter, Achim Leufker und Björn Gögge (von links).

Lüdenscheid - Glücklicher Gewinner des 28. Poetry Slam im Kulturhaus ist Achim Leufker aus Rheine. Damit steht Leufker als Teilnehmer fürs große Jahresfinale im Kulturhaus fest.

Das Publikum spendete ihm im Finale gut vernehmlich den größten Applaus. Die Aachenerin Luca Swieter errang den zweiten, der Krefelder Björn Gögge den dritten Platz.

Der Münchner Yannik Sellmann kam mit seinem engagierten Plädoyer für die Normalität und witziger Überreizung einer La-La-Land-Existenz gut an, aber nicht weiter. Die Bochumerin Jasmin Sell riss mit frechem Geplauder über Dates keineswegs zu Begeisterungsstürmen hin.

Der Lüdenscheider Gymnasiast Sebastian Montes, erstmals bei den Erwachsenen mit von der Partie, wartete mit einer satirisch gewürzten Auseinandersetzung mit dem steten Anwurf, früher sei alles besser gewesen, auf. Familientreffen besonderer Art.

Der spätere Gewinner des Finales, Achim Leufker, machte sich bei seinem ersten Text daran, Misserfolg und Resignation als Maxime des Lebens anzupreisen. Sein Tipp: Bei Angst vor Islamisten auf Parties am besten neben Schweinemettbrötchen verweilen. Trocken vorgetragen, witzig. Fürs Finale machte sich Leufker an ein rasantes Verbal-Lego mit den Bausteinen Künstlername, Textzeile, Liedtitel. Schlagerwelt und pralles Leben. Eine Story mit Augenzwinkern, feinem Humor und heftigen Kehrtwenden. Leufkers Jonglage mit altbekannten Zeilen und Namen saß.

Der Krefelder Björn Gögge, in der Wertung der Vorrunde punktgleich mit dem Duisburger Malte Küppers, kam über die Berücksichtigung der Streichresultate – niedrigste Punktzahl und höchste Punktzahl – ins Finale. Mit ihm seine tiefgründige Überlegung, wie der verstorbene Peter Lustig die Suche nach der Ursache von Schaukelstuhlknarzen wohl angegangen wäre. Das Ganze auch verschränkt mit gesellschaftlicher Wirklichkeit und versehen mit dem Appell, jeden Menschen zu respektieren.

Lebendigste Teilnehmerin an diesem Abend war Luca Swieter. Dynamisch angelegte Texte, immer wieder mit rhythmisierter Sprache versehen, bewegte Vortragsweise und Texte, die es in sich hatten. Mit ihrem ersten ernst gemeinten Liebesgedicht, „für Brötchen“, landete sie wild schnüffelnd in der Bäckerei im Brötchenkorb und dann im Finale beim Poetry Slam im Kulturhaus. Mit ihrer gewitzten Autobiografie über Tage in der „Bärengruppe“ einer Kindertagesstätte – „Klett ist für Verlierer, ich kann Schleife binden“ – setzte sie sich klar von Gögge ab und musste sich lediglich Leufkers Schlagerparade geschlagen geben.

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