„Wollen Präsenz zeigen“

Gewerkschaft lädt zur Mai-Kundgebung ins Auto-Kino

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So leer soll es am 1. Mai auf dem Schützenplatz Hohe Steinert nicht sein: Die Gewerkschafter Kevin Dewald, Clemens Bien und Bernd Benscheidt (von rechts) erklärten den Ablauf der abgespeckten Mai-Kundgebung des DGB.

Kein Demonstrationszug, kein Familienfest, keine Imbiss-Stände – auch im zweiten Coronajahr kann der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Märkischen Kreis am 1. Mai nicht so feiern, wie er es sonst tat. Dennoch soll es nicht ganz geräuschlos vonstatten gehen.

Lüdenscheid – Anders als vor Jahresfrist, als es gar keine Gewerkschaftsparty in Lüdenscheid gab, „wollen wir diesmal Präsenz zeigen und damit ein Zeichen setzen“. So argumentierten die heimischen Gewerkschafter Bernd Benscheidt, Clemens Bien und Kevin Dewald im Gespräch mit unserer Zeitung.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Gewerkschaft lädt zur Mai-Kundgebung ins Auto-Kino

Da die gewohnte Festivität mit Spiel und Unterhaltung nicht möglich ist, sollen diesmal „politische Aspekte“ in den Mittelpunkt rücken. So das Trio unisono. Alles „natürlich unter Corona-Auflagen“. Dazu wechselt die Gewerkschaft am 1. Mai 2021 sozusagen ins „Autokino-Format“.

Die Details: Schauplatz an jenem Samstag ist nicht wie üblich der Lüdenscheider Rathausplatz, sondern der Schützenplatz an der Hohen Steinert. Alle Besucher der Veranstaltung müssen im Auto kommen, zugelassen sind bis zu 250 Fahrzeuge. Pro Wagen sind laut behördlichen Auflagen nur Angehörige eines Haushaltes erlaubt. Außerhalb der Autos – sie sollen grundsätzlich nur zum Toilettengang verlassen werden – gilt eine Maskenpflicht. Im Auto sollen die Veranstaltungsteilnehmer dann über eine spezielle Radiofrequenz Reden und Kurzprogramm auf einer aufgebauten Bühne verfolgen können.

 Gewerkschaft lädt zur Mai-Kundgebung ins Auto-Kino

Ans Mikrofon treten werden dabei Bernd Schildknecht als DGB-Vorsitzender im Märkischen Kreis, Torsten Kasubke, 1. Bevollmächtigter der IG Metall MK sowie Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer für ein Grußwort. Dazu kommen noch ein Live-Auftritt des Altenaer Musikers Tlako Mokgadi sowie Video-Einspielungen der gewerkschaftlichen Einzelorganisationen im Kreis. Das Motto der abgespeckten Mai-Kundgebung: „Solidarität ist Zukunft“. Denn, so die Worte von Clemens Bien: „Die aktuelle Krise lässt sich nur mit Solidarität überwinden.“

Inhaltlich soll es bei den Beiträgen der Gewerkschafter laut Benscheidt, Dewald und Bien auch um „die Stärkung der betrieblichen Mitbestimmung und die Bedeutung der Tarifbindung“ gehen. „Es hat sich gezeigt, dass Betriebe mit einer guten Mitbestimmung auch in der Pandemie besser aufgestellt sind“, sagt Bernd Benscheidt, und Clemens Bien meint: „Investieren ist das Gebot der Zukunft. Die Schuldenbremse muss weg.“ Ein anderes angepeiltes Thema bei dem Aktionstag am 1. Mai ist die finanzielle Bewältigung der Coronakrise. Für die nämlich, so die Forderung der drei Gewerkschafter, „dürfen am Ende nicht die Bürger zahlen“.

Von Sebastian Schmidt

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