Gesundheitstag: Bessere Narkose-Technik

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Die Anästhesisten als Referenten des Tages mit (v.l.) Dres. Ernst Jakob, Hans-Ludwig Litty, Jürgen Hagenah, Ralph Spintge und Ulrich Schneider. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der Lüdenscheider Gesundheitstag in der Sportklinik Hellersen war ein runder Geburtstag: Der Leiter des Gesundheitszentrums Stefan Krakor hatte zum 20. Mal zum Gesundheitsforum eingeladen, das diesmal unter dem Thema „Keine Angst vor der Narkose“ stand.

Es seien vor allem unbestimmte Ängste, die Menschen umtreiben: Was kommt bei einer Narkose auf mich zu? Was passiert mit mir? Aber auch spezifischer: Werde ich wieder wach? Oder werde ich zu früh noch während des Eingriffs wach? „Diese Ängste können abgebaut werden“, erläuterte der Chefarzt der Anästhesie Dr. Jürgen Hagenah in seinem Vortrag „Narkose heute“. Vieles habe sich verändert. Verbesserte Techniken erlauben den Einsatz so genannter Kehlkopfmasken. Der Vorteil gegenüber der Einführung eines Beatmungsrohres in die Luftröhre, einer Intubation: Keine Heiserkeit, keine Schluckbeschwerden, keine schlaffen Stimmbänder und auch kein Husten mehr. Doch es gebe noch mehr Vorteile: Nicht mehr Äther oder Lachgas komme zum Einsatz, sondern ein besser verträgliches Gas, und dies auch nicht allein, sondern im Verbund mit Schmerzmitteln. 75 Prozent der Operationen ließen sich mit der Kehmkopfmaske durchführen. Die besser als früher ausgebildeten Anästhesisten nehmen sich Zeit zu einer umfassenden Patientenaufklärung, helfen, unbestimmte Ängste abzubauen und gehen dabei auf Wünsche ein. „Die Technik ist besser, die Dosierung der Mittel exakter, die Medikamente sind besser steuerbar, es gibt keine manuelle, also von Hand gemachte Beatmung mehr und die Besetzung im OP stimmt“, so die Neuerungen auf einen Blick. Nach einer halbstündigen OP sitzen die Patienten nach einer weiteren halben Stunde bereits an der Bettkante und genießen ihren Kaffee.

Aber es gab noch mehr Vorträge. Von 9 bis 14 Uhr referierten und moderierten die Spezialisten Zbigniew Wieczorek sowie den Doktoren Hans-Ludwig Litty, Ralph Spintke, Ulrich Schneider und Ernst Jakob zu den Themen Schmerzentstehung –und ihre Bekämpfung, zum Einsatz von Sport in der Schmerztherapie und zu Teil- und Vollnarkosen. Ein Besuch im Ambulanten OP-Zentrum war inklusive. Die Kernaussagen: Sport und Bewegung seien Eckpfeiler in der Schmerztherapie ausgewählter Krankheiten. Doch: „Individuelle Belastungsgrenzen sind einzuhalten“, betonte Schneider.

„Angst ist nicht weiblich“, so Hagenah. Dass dies stimmt, ließ sich auch an dem ausgewogenen Verhältnis von Männern und Frauen ablesen, die zu den Vorträgen mit anschließender Diskussion gekommen waren. Kollegen, Physiotherapeuten, aber vor allem interessierte Laien waren erschienen. Platz hätte es für mehr Teilnehmer gegeben. Doch dieses spezielle Thema betreffe wohl weniger Menschen, vermutete Organisator Krakor, der sich an Veranstaltungen in vollem Haus gewöhnen konnte. - maya

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