Gesundheitsreform: Opfer werden immer mehr

LÜDENSCHEID ▪ Eigentlich hatten die Gründer des Vereins Hilfsfonds für Gesundheitsreform-Opfer um Dr. Herbert Strecker gehofft, ihr Engagement schnell wieder beenden zu können. Doch aus einer baldigen Nachbesserung des Gesetzes von 2004 wurde nichts und so gibt es nach wie vor Menschen, die durch das soziale Netz fallen und trotz Unterstützung des Staates kurzfristig kein Geld für die Praxisgebühr beim Arzt, die Zuzahlung für Medikament, Zahnersatz, Sehhilfen oder ambulante Krankentransporte aufbringen können.

Die Zahl der hilfsbedürftigen Antragsteller steigt daher weiter an – Tendenz steigend, teilten Vereinsvorsitzende Dr. med. Hedda Wünsch, und Kassenwart Dr. med. Herbert Strecker jetzt mit. Wurden von den ehrenamtlichen Helferinnen, die die Zahlung auf die medizinische Notwendigkeit hin überprüfen, 2007 noch 135 Hilfsanträge bearbeitet, so waren es 2008 insgesamt 196 und im vergangenen Jahr sogar 210. Manch einer verzichte aus der Not heraus auf Unterstützung, was dann natürlich auf Kosten der eigenen Gesundheit gehe.

Möglichst unkomplizierte Hilfe stand von Beginn im Vordergrund der Vereinsarbeit, die deshalb aus organisatorischen Gründen nur auf wenige Schultern verteilt ist.

„In vielen Fällen geben wir Gutscheine an Ärzte und Apotheken aus. Im letzten Jahr mussten wir aus finanziellen Gründen unsere Leistungen auf Erstattung der Praxisgebühr und die Zuzahlung zu Medikamenten reduzieren. So können wir trotz gesunkenem Spendeneinkommen weiterhin wichtige Hilfe leisten.“ Das verdeutlicht, wie dringender denn je Unterstützung für den Verein notwendig ist. „Gerade in Krisenzeiten sind immer mehr Menschen auf Fremdhilfe angewiesen“, betonen Dr. Wünsch und Dr. Strecker.

Wer helfen will, kann Spenden auf das Konto 611 296 5, Commerzbank (BLZ: 458 400 26) überweisen.

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