Stammtischbewegung

Gestaltungssatzung und Mitwirkung für die Innenstadt

Mit der sogenannten „Luftballonrevolution“ hat die Diskussion über Gestaltungssatzung und Mitwirkung der Händler begonnen.

Lüdenscheid - Mit dem Frühling und beginnender Freiluftsaison kommt jetzt auch wieder frischer Wind in die „Stammtischbewegung“, die sich im vergangenen Jahr formiert hat.

Zwischenzeitlich hat es Sitzungen und Gespräche zwischen Einzelhändlern und Gastronomen der Innenstadt gegeben, ein Fragebogen wurde erstellt, von Alt- und Oberstadtgeschäftsleuten ausgefüllt und ausgewertet, erste Diskussionsgrundlagen für Gespräche mit der Stadt sind formuliert. Alle privaten Initiativen verfolgten ein Ziel, heißt es: „deutlich mehr gegen die Verödung des Stadtzentrums auf den Weg zu bringen“.

Am Montag nun wollen die sich die Aktiven um Sprecher Willi Denecke zu dem Zweck mit den Projektgruppen „Werbung/Kommunikation“ und „Service“ sowie Fachleuten der Stadtverwaltung erstmals zusammensetzen und die weitere Vorgehensweise diskutieren.

Mit dabei: Eine lange Liste von Kritikpunkten, Anregungen, aber auch ausdrücklich als gut empfundene Regelungen rund um die Gestaltungssatzung. Diskussionsgrundlage ist eine Tischvorlage von Willi Denecke zu den bisherigen Erkenntnissen. Tenor: „Wie können die Interessen aller privaten Initiativen unter Einbindung der Stadt besser und gebündelter zu schlagkräftigen Maßnahmen umgesetzt werden?“ Dabei schwebt der Stammtisch-Initiative eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein „Onkel Willi  &  Söhne“ vor. Dadurch könne man Überschneidungen und Doppelarbeiten vermeiden. Auf diese Weise könne man der Stadt auch einen verantwortlichen Ansprechpartner anbieten, Themen bündeln, Öffentlichkeitsarbeit abstimmen.

Welche Themen Händlern und Gastronomen unter den Nägeln brennen, zeigt ein Blick in die Auswertung des Fragebogens. Deutlich wird, dass sich Alt- und Oberstadt von städtischen Aktivitäten „völlig abgehängt“ fühlen. Zentraler Satz: „Alle stadtinszenierten Aktivitäten werden auf den Sternplatz gezogen und kommen ausschließlich dem Center zu Gute.“

Starker Kritikpunkt ist die Art der Kommunikation mit der Stadt. Zentraler Satz: „Es gibt keine ‘Zusammenarbeit’, es gibt Forderungen, Auflagen und Gebühren.“

Generelles Ärgernis ist demnach auch die mangelnde Sauberkeit in Ober- und Altstadt. Zentraler Satz: „Der Schmutz, ungepflegte Grünflächen, mäßige Begehbarkeit“ – das störe am meisten in der Altstadt. Dazu kämen Gewohnheitstrinker, eine Drogenszene, fehlende Aufenthaltsqualität, gerade auch für Kinder (kein attraktiver Spielplatz).

Gefordert wird, dass das Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM) Alt- und Oberstadt „erst mal als ernsthafte Größe wahrnehmen“ müsse. Zentrales Anliegen: „Interessengruppen treffen sich regelmäßig, um auf Augenhöhe ihre Wünsche und gemeinsame Aktionen mit der Stadt zu planen.“ Das Montagstreffen könnte ein Anfang sein.

Dafür liegt auch ein Protokoll des ersten Oberstadt-Stammtisch-Treffens im Mai 2015 vor. Schon damals stellte man fest, dass alle Teilnehmer „in unterschiedlicher Form von Kommunikationsdefiziten mit Verwaltungsmitarbeitern sprechen“. Bei Kritik an der Stadt werde mit „erheblichen Nachteilen“ fürs Geschäft gerechnet. Deshalb wolle man in Gesprächen mit der Verwaltung auch auf Namensnennungen verzichten. Durchaus selbstkritisch gesehen wurde, dass von den Teilnehmern „nicht alle vorliegenden Informationsmöglichkeiten genutzt werden“. Auch hier erhofft man sich durch die nun beginnenden Gespräche in großer Runde Verbesserungen. - sum

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