Rat entscheidet am Donnerstag

Lüdenscheid soll Enervie ein Darlehen in Millionenhöhe gewähren

Enervie in schwerem Fahrwasser. Die Gesellschafter Hagen, Lüdenscheid und Remondis sollen den Versorger mit Darlehen stützen.

Lüdenscheid - Die großen Gesellschafter der Hagener Enervie-Gruppe sollen den regionalen Versorger mit einem Gesellschafter-Darlehen stützen. 13 Millionen Euro sollen aus Lüdenscheid fließen.

Insgesamt sind es LN-Informationen zufolge rund 50 Millionen Euro, die aus Lüdenscheid, zu größeren Teilen von der Stadt Hagen und zu einem kleineren Teil von Remondis als privatem Teilhaber bereitgestellt werden sollen Die Geldspritze zum Neustart ist Bedingung der beteiligten Banken, denen eine Bürgschaft der Kommunen nicht ausreicht und die Enervie zunächst mit einem Stillhalteabkommen bis August abgesichert haben.

Während Hagen und Remondis bereits ihre Zustimmung signalisiert haben sollen, steht die Entscheidung in Lüdenscheid noch aus. Sie fällt in einer nichtöffentlichen Sondersitzung des Rates am Donnerstag. Sollte auch die Politik in Lüdenscheid Zustimmung signalisieren, wäre für Lüdenscheid ein Nachtragshaushalt erforderlich, der aufgrund des zeitlichen Drucks noch im Juni aufgestellt werden müsste, heißt es weiter.

Hintergrund sind die Millionenverluste von Enervie durch die Energiewende und der Abschreibung ihrer Kraftwerke, die dem Unternehmen einen dreistelligen Millionenverlust in 2014 eingetragen haben. Hinzu kommen mögliche Kosten in Millionenhöhe für einen Sozialplan.

Frisches Geld von den Banken ist daher nicht in Sicht, so dass Enervie jetzt die Kommunen in Anspruch nehmen will, die sich zu günstigen Konditionen Mittel auf dem Geldmarkt beschaffen können. Mit einer Dividendenzahlung würden die beteiligten Kommunen jedoch auf Jahre hinaus kaum rechnen können, sagen Insider.

Und die Rettungsaktion für Enervie sei natürlich auch nicht frei von Risiko: „Wenn das vor die Wand fährt, dann haben wir noch mehr Geld drin“, so die Befürchtung in der Politik.

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