Geschichts- und Heimatverein

Kulturhaus-Umbau: Offener Brief an Lüdenscheider Parteien 

Das Kulturhaus soll bleiben wie es ist und keinen Platz für die VHS bieten, fordert der Geschichts- und Heimatverein.

Lüdenscheid - In einem offenen Brief an die Ratsfraktionen bittet der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid die Parteien darum, sich gegen die VHS-Umzugspläne ins Kulturhaus zu wenden und eine Entscheidung zugunsten des Kulturhauses zu treffen.

Der Vereinsvorstand habe in seiner Sitzung am Donnerstag mit Betroffenheit, Unverständnis und Zorn auf die Ankündigung reagiert, das Kulturhaus in wesentlichen Teilen umzubauen und für die Zwecke der VHS, darunter auch Sportkurse, zu nutzen. Das Kulturhaus besitze eine einmalige Architektur, und zwar im Inneren wie im Äußeren, die zum Teil mit den Umbauten verloren gehen würde. Seit Februar 2014 sei mit breiter Bevölkerungsbeteiligung ein Integriertes Handlungskonzept zur Belebung der Altstadt in zahlreichen Sitzungen erarbeitet worden.

Den offenen Brief des Geschichts- und Heimatverein finden Sie hier!

Darin sei nie von einer Umnutzung des Kulturhauses die Rede gewesen. Angeregt worden sei die Bebauung der Parkpalette für einen gemeinsamen Neubau von VHS und Musikschule, was aber seitens der Verwaltung aus Kostengründen verworfen worden sei. Stattdessen sei von der Stadt ein Neubau für beide Institutionen auf dem Parkplatz des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vorgeschlagen worden. Nun solle dieser Neubau nur noch die Musikschule aufnehmen und die VHS ins umgebaute Kulturhaus umziehen. Das widerspreche allen Ergebnissen der Bürgerbeteiligung, bedeute einen gravierenden Einschnitt in die Funktion Lüdenscheids als Kreisstadt und einen Verlust an Attraktivität, weil einmalige Räumlichkeiten unwiederbringlich verloren gingen und als Standort für hochkarätige Veranstalter nicht mehr gefragt wären.

„Die Unterzeichner appellieren dringend an Sie, diesem Umbau nicht zuzustimmen. Stattdessen sollten – wie zuvor vorgeschlagen – Musikschule und VHS innenstadtnah in einem gemeinsamen neuen Gebäude untergebracht werden“, schlagen Dr. Arnhild Scholten, Dr. Dietmar Simon, Norbert Adam, Gerhard Geisel, Dieter Lohmann, Friedrich Karl Schmidt und Prof. Günter Spies vor.

Sechs Gründe führen sie für ihren Vorschlag an:

- „Die Kreisstadt Lüdenscheid braucht ein vorzeigbares und attraktives Haus für unterschiedliche Veranstaltungen.

- Das Argument, der Umbau des Kulturhauses spare erhebliche Kosten für die Stadt, ist nicht schlüssig.

- Personelle Engpässe sind der Grund für das schleppende Vermietungsgeschäft der Säle, nicht fehlende Interessenten.

- Durch den Wegfall der Säle im Kulturhaus droht die Einstellung der ,Lüdenscheider Gespräche’, die von der Fernuniversität Hagen veranstaltet werden. Damit wird die Absicht, Lüdenscheid als Hochschulstandort zu positionieren, konterkariert.

- Der Umbau des Restaurants für sportliche Zwecke der VHS verändert den Charakter des Hauses erheblich.

- Das ursprüngliche Bemühen von Rat und Verwaltung, die Bevölkerung durch Foren und Workshops in die Planungen für die Altstadt einzubeziehen, wird durch das gegenwärtige Vorgehen völlig unglaubwürdig gemacht.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier

Kulturhaus-Debatte: Finanzierung und Nutzung im Fokus

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