Geschenk zum Stadtjubiläum: Ein virtuelles Museum

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Um die Luftschifffahrt zu unterstützen, konnte die Bevölkerung Originalteile des ausgebrannten Zeppelins LZ4 (links) oder Besteckteile, die aus dem Gestänge gegossen waren, erwerben.

Lüdenscheid - Die Stadt Lüdenscheid feiert 2018 ihr 750-jähriges Jubiläum. Mehr als Grund genug, um einen besonderen Blick auf die Geschichte der Stadt zu werfen. Das wollen die Lüdenscheider Nachrichten gemeinsam mit den Museen der Stadt tun:

Mit Beginn des neuen Jahres am Montag werden auf come-on.de die Lüdenscheider Museen virtuell zu finden sein, das im Lauf des Jahres um immer neue Exponate erweitert werden wird – ein Jubiläumsgeschenk des Märkischen Zeitungsverlages an die Bürger der Stadt Lüdenscheid. 

Im Mittelpunkt dieser etwas anderen Ausstellung werden bis auf ganz wenige Ausnahmen Objekte aus dem Depot stehen, die nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind. Manche von ihnen waren bereits Teil von Sonderausstellungen, viele andere waren noch nie in den Museen ausgestellt. 

Neugierig auf die Geschichte der Stadt

Die virtuelle Ausstellung soll im Vorgriff auf die neue Dauerausstellung, die zum Stadtjubiläum nicht entwickelt und finanziert sein kann, neugierig machen – neugierig auf die Geschichte der Stadt, aber auch neugierig auf die neue Dauerausstellung. Diese wird in ihrer Aufarbeitung und Bewertung der Stadtgeschichte viel differenzierter sein als die bisherige Ausstellung, kündigt Dr. Eckhard Trox als Leiter der Museen an. 

Gemäß der politischen Beschlusslage ist er seit Mai 2016 mit einem ganz kleinen Team damit beschäftigt, anhand von Quellen und Objekten die Historie von Stadt und Region komplett neu aufzuarbeiten. Einen großen Schwerpunkt soll dabei die Innovationsgeschichte bilden, die die Region bis heute prägt. Unsere virtuelle Ausstellung soll einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie vielfältig die Sammlung der Museen ist und welche Möglichkeiten sich daraus für die Dauerausstellung ergeben. 

Knöpfe und Schnallen: Mit solchen Musterbüchern warb die Firma P.C. Turck im 19. Jahrhundert für ihre Produkte.

Anhand der ausgewählten Stücke aus allen Epochen der Stadtgeschichte möchten wir außerdem zeigen, welche Informationen die einzelnen Objekte liefern können – über die Zeit, in der sie entstanden sind und in der sie benutzt wurden, aber auch über die Menschen, die sie benutzten. Oft sind es ganze Geschichten, die hinter einem Ausstellungsstück stecken. 

Einige dieser Geschichten wollen wir in dem virtuellen Museum erzählen. Es werden Dinge zu sehen sein, die deutlich machen, welchen Einfluss Lüdenscheider weit über die Stadtgrenzen hinaus hatten, oder wie sich die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Welt in einer deutschen Industriestadt beziehungsweise einem Mittelzentrum wie Lüdenscheid spiegelten. 

Momentaufnahmen der Stadtgeschichte

Es geht um historische Ereignisse, gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch um technische Innovationen und Dinge des ganz alltäglichen Lebens. Manches davon wird aus heutiger Sicht vielleicht bestaunt, wirft aber ein Licht darauf, wie Menschen früherer Jahrhunderte oder Jahrzehnte dachten, was sie geprägt hat, welchen Herausforderungen sie sich stellen mussten. Manches wirkt bis heute nach. 

Aber letztlich können das immer nur Momentaufnahmen der 750-jährigen Stadtgeschichte sein – die vollständige analytische Aufarbeitung der Historie der Stadt Lüdenscheid bleibt Aufgabe der Historiker im realen Museum.

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