Gegen Verödung der Innenstadt

Geschafft: 70 Visionen für 2020

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Das Abschlusstreffen der Visionäre war zugleich der Startschuss für das Buch mit den gesammelten Ideen.

Lüdenscheid - Visionen sind harte Arbeit: In fünf Monaten hat der Kreis aus 70 Visionären rund 9000 ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert, um nun im Februar das Hochglanz-Ergebnis vorlegen zu können. In einem Buch wollen die Visionäre 70 abgestimmte Ideen zusammenfassen, wie sie einer Verödung der Lüdenscheider Innenstadt entgegenwirken wollen.

„Das wird der Kracher“, ist Willi Denecke überzeugt. Als ein Sprecher der Initiative hat er die Treffen der letzten Monate begleitet, hat Arbeitsgruppen koordiniert, Themen verfolgt. Am Ende, so erzählt er, sei die Atmosphäre „positiv erschöpft“ gewesen.

Nicht immer einfach sei es in der Zeit gewesen, die Kleinigkeiten hintan zu stellen und stattdessen das große Ganze zu sehen, die „Vision 2020“. Erklärtes Ziel der Einzelhändler und Gastronomen, der Marketingfachleute und der städtischen Vertreter, der Selbstständigen und Kulturschaffenden sei es gewesen, die Attraktivität der Innenstadt zwischen Christuskirche und Hochstraße langfristig zu steigern.

Wie das im Detail aussehen könnte, dazu hält man sich bis zur offiziellen Vorstellung im Februar im Rat noch bedeckt. So lange bittet Denecke um Geduld: „Wir haben gar nicht so sehr die Sorge, dass die Bevölkerung das zerredet, sondern die Politik.“ Ausreichend Gelegenheit zur Diskussion werde es auf jeden Fall geben, kündigt er an. Im März wolle man eine Webseite einrichten und dort ein Forum zur Meinungsbildung schaffen, im April könnte eine Ausstellung im Rathausfoyer folgen. Was sich letztlich kurz-, mittel- und langfristig als umsetzbar erweise, müsse man sehen. Klar sei aber auch: Die Arbeit der Visionäre gehe weiter. Denecke: „Wir benötigen den Kreis auch bei der Umsetzung.“

Gründlich befasst haben sich fünf Arbeitsgruppen seit der ersten großen Gemeinschaftssitzung im März mit den Themen „Einkaufen und Dienstleistung“, „Architektur und Wohnen, „Veranstaltungen“, „Gastronomie“ und „Kultur“. Mit den Ergebnissen wolle man nun alle erreichen, betont Willi Denecke – jede Altersgruppe, jede Gruppe, die die Innenstadt zum Einkaufen, Ausgehen, Wohnen, Aufenthalt nutzt. Wichtig sei allen Ideengebern vor allem eines gewesen: „den Wohlfühlcharakter der Innenstadt zu erhöhen“. Eine enge Abstimmung mit der Stadt sei regelmäßig erfolgt.

Ein konkretes Thema, das in die Jahreszeit passt und für das bereits erste Weichen gestellt worden sind, ist das Vorhaben, 2017 einen handwerklich-heimischen Weihnachtsmarkt in der Oberstadt zu etablieren. Das könne man sich gemeinsam mit dem Weihnachtsmarkt der guten Taten vorstellen, sagte der Sprecher. Überhaupt sei die Altstadt und deren beabsichtigte Umgestaltung ein wichtiger Aspekt für die Gruppe. „Einige Visionen fließen ein ins IHK. Wir wollen das Thema eng begleiten.“

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