DGB-Mann verärgert Familienbetrieb

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Verärgert über die Vorwürfe: Birgitt Prinz (Personalbüro) und Burkhard Weber, kaufmännischer Leiter.

LÜDENSCHEID -Völlig überrascht und höchst verärgert reagierte die Geschäftsleitung der Firma JuHa Kunststoffverarbeitung GmbH auf Vorwürfe des DGB-Vorsitzenden Region Ruhr Mark, Michael Hermund. Er hatte der Geschäftsführung vorgeworfen, sie wolle die Wahl eines Betriebsrates in dem Unternehmen am Freisenberg behindern.

Von Wolfgang Kleinfeld

Die Geschäftsführung versuche die Beschäftigten mit Kündigung und Hausverbot einzuschüchtern. „Diese Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage“, erklärte Burkhard Weber, kaufmännischer Leiter des inhabergeführten Familienbetriebes.

Unterstützung erhält er dabei von einem Gewerkschaftskollegen Hermunds: Rudolf Fickert, Gewerkschaftssekretär der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE): „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich in dieser Woche diese Vorwürfe hörte“, erklärte er im Gespräch mit den LN. Es habe keinerlei Störungen seitens der Firmenleitung gegeben. Das habe er Hermund in dieser Woche auch gesagt.

„Am kommenden Sonntag um 11 Uhr gibt es eine Betriebsversammlung der Firma JuHa Kunststoffverarbeitung im IPA-Heim an der Wehberger Straße. Darin wird ein Wahlvorstand zur Vorbereitung und Durchführung einer Betriebsratswahl bestellt“, erklärte Fickert. Da die Firma mit rund 150 Beschäftigten im Drei-Schicht-Betrieb arbeite, müsse die Versammlung am Wochenende stattfinden.

In Vorbereitung der Versammlung habe es mehrere Gespräche mit der Geschäftsleitung „in einer sachlichen und freundlichen Atmosphäre“ gegeben, sagte Fickert. Die Geschäftsführung habe stets die Unterstützung der Betriebsratswahl zugesagt.

Hermund räumte nach den Aussagen Fickerts ein, dass er möglicherweise Fehlinformationen aus der Belegschaft heraus aufgesessen sei. „Wenn jetzt ein Betriebsrat gewählt wird, dann ist das unterm Strich sehr positiv.“

Die Geschäftsleitung prüfe zurzeit noch mit ihrem Rechtsbeistand, ob sie rechtliche Schritte gegen Hermund wegen Rufschädigung einleiten werde, sagte Burkhard Weber.

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