Gesamtkonzept für Lüdenscheids Altstadt gefragt

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Die Altstadt soll nach der Denkfabrik zum nächsten großen Projekt der Stadtentwicklung in Lüdenscheid werden.

LÜDENSCHEID - Die Altstadt als vom Land gefördertes Wohnquartier für ältere Menschen oder Studenten – mit diesem Vorstoß sorgte Landes-Bauminister Michael Groschek (SPD) am Donnerstag zunächst für Erstaunen.

Denn der Anstieg hinauf zur Erlöserkirche macht gerade Senioren bekanntermaßen wenig Freude, und viele der historischen kleinen Häuser wären wohl nur mit großem Aufwand barrierefrei zu machen.

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„Natürlich muss ein Konzept für die Altstadt so aussehen, dass auch die heutigen Ankerpunkte von der VHS über die Altstadtbühne bis hin zu gastronomischen Angeboten wie dem geplanten Café darin den hohen Stellenwert behalten, der ihnen zukommt“, erklärte Bau-Fachbereichsleiter Martin Bärwolf als erklärter „Fan der Altstadt“ dazu auf Nachfrage. Unstrittig sei aber, dass angesichts der Leerstände dort etwas geschehen müsse, und viele dieser Ladenlokale seien mit den heute gängigen Flächenbedarfen des Einzelhandels kaum in Einklang zu bringen.

Gelungene Beispiele dafür gebe es indes auch, verwies Bärwolf etwa auf Musikhaus, das Schubidu oder das Spielzeuggeschäft. Und selbstverständlich solle in der Altstadt auch weiterhin gewohnt werden – „es kommt darauf an, all das sinnvoll miteinander zu verbinden.“

Die Zusage Groscheks, wonach das Land NRW die weitere Stadtentwicklung positiv begleiten wolle, sei ausgesprochen wertvoll. Die Altstadt dafür frühzeitig ins Gespräch gebracht zu haben, sei richtig gewesen.

Allerdings sei es noch viel zu früh, über mögliche Fördersummen zu spekulieren. Zumal der Minister auch betont habe, die Finanzlage des Landes 2016 nicht zu kennen und auf die bereits geleisteten Förderungen für die Denkfabrik in Lüdenscheid verwiesen habe. Das Mammutprojekt am Bahnhof werde denn auch in den nächsten Jahren viele Kräfte im Rathaus binden, sagte Bärwolf weiter. Erst wenn die großen Projekte der Denkfabrik geschafft seien, könne man sich mit vollem Elan neuen Aufgaben widmen, zu denen auch Problemzonen in den Stadtteilen zählen müssten.

Und auch dann gelte, dass über der Altstadt keineswegs ein Füllhorn ausgeschüttet werde: „Die Eigentümer müssen mit ins Boot, und sie müssen das auch wollen, denn gegen sie läuft gar nichts.“

Angesichts der spannenden Ergebnisse und zahlreichen Kontakte des Stadtumbaubüros am Knapp wäre eine ähnliche Einrichtung dann auch für Ober- und Altstadt denkbar. „Vom Mittelalter über die Gegenwart in die Zukunft“, so könne man den großen Bogen spannen zwischen Altstadt, Stern- und Rathausplatz und der Denkfabrik am Bahnhof. Bärwolf: „Auch das ist für uns untrennbar miteinander verbunden und macht Lüdenscheid mit aus.“

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