Aufstockung als Bekenntnis zum Standort

Gerhardi-"Headquarter" in Lüdenscheid

Geschäftsführer Thomas Dinter und Architektin Silke Mikler-Fahl im Eckbüro mit spektakulärer Sicht auf die Stadt.
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Geschäftsführer Thomas Dinter und Architektin Silke Mikler-Fahl im Eckbüro mit spektakulärer Sicht auf die Stadt.

Lüdenscheid - Dort, wo die Treppenstufen von Stein zur Holzverschalung wechseln und die rote Ziegelwand in weiße, klobige Kalksandsteine übergeht, dort verbinden sich Tradition und Zukunft. Der Lüdenscheider Automobilzulieferer Gerhardi Kunststofftechnik hat mit der aufwendigen Aufstockung des hoch an der Loher Straße gelegenen Firmengebäudes in Zeiten weltweiter Expansion ein weithin sichtbares Bekenntnis zum Standort Lüdenscheid abgelegt.

Die Auf- und Umbau-Investition in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro sieht Geschäftsführer Thomas Dinter gut angelegt. Zum einen sei damit das „Headquarter“ des Unternehmens künftigen Herausforderungen gewachsen. Zum anderen könne man so die Attraktivität als Arbeitgeber steigern: „Wir arbeiten hier sehr gerne, es ist ein total attraktiver Standort.“ Von knapp 365 Mitarbeitern am Loher Wäldchen sind 110 für die Hauptverwaltung des Unternehmens tätig.

Doch die enge Verzahnung von Industrie und Innenstadt, von Wohnbebauung und Produktionsstandort hat auch sehr schwierige Seiten. Logistisch sei es eine Herausforderung. Doch während früher noch bis zu 30 Laster täglich anrollten, habe man nun in den Vormittagsstunden nur noch zwischen fünf und acht Laster-Lieferungen. Die Fertigwaren würden zum Versand an der Bellmerei „geshuttelt“, um die Belastungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Als Störfallbetrieb mitten in der Stadt habe man zudem hohe Auflagen zu erfüllen, sagt Dinter. Und es herrscht chronischer Platzmangel, weswegen zwischen Loher und Breslauer Straße nur der Weg in die Höhe blieb. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die Architektin Silke Mikler-Fahl „zum Glück nicht jeden Tag“ zu stemmen hat.

Vor etwa einem Jahr haben die sichtbaren Bauvorbereitungen begonnen. Eigentlich sollte die aufgestockte Verwaltungsetage auch schon längst die Geschäftsführerbüros, den Vertrieb, den Vertriebsinnendienst und die Kalkulation aufgenommen haben. Doch der Baufortschritt im laufenden Betrieb verzögerte sich – unter anderem wegen eines Wassereinbruchs im Winter. Nun also soll im vierten Quartal dieses Jahres Einweihung gefeiert werden. Dinter: „Mit vielen Auflagen haben wir am Ende die Kurve gekriegt.“

Und nun erhebt sich auf dem 50 Meter langen und etwa zwölf Meter breiten Altbau ein großzügig aufgeteilter fünf Meter hoher Aufbau, der von der vorderen Schmalseite her einen spektakulären Blick bietet. Die neue Etage mit integriertem Türmchen fällt ihrerseits von Weitem in der Stadtsilhouette auf.

Wichtiger ist das, was auf den ersten Blick unauffällig ist. So gibt es ein neues Betontreppenhaus am hinteren Gebäudeteil Richtung Schlittenbacher Straße als zweiten Fluchtweg. Die aufgestockte Etage hat einen umlaufenden Rettungsbalkon. Weitere Renovierungsarbeiten gehen einher mit Veränderungen im Umfeld. So habe man ein vom Hausschwamm befallenes Gebäude an der Kreuzung Schlittenbacher Straße abreißen müssen. Die Folge: Parkplätze für Gerhardi sowie „eine enorme Verbesserung der Verkehrssituation“.

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