Oktober: Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff

LÜDENSCHEID - Wer sich allen Ernstes daran macht, ein Buch über die Bedeutung aller 669 Lüdenscheider Straßennamen zu schreiben und wer dafür zwei Jahre lang praktisch jede freie Minute opfert – der muss vor allem eines sein: ein eingefleischter und überzeugter Lüdenscheider.

Wer wäre also besser geeignet als Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff, den Titel „Lüdenscheider des Monats Oktober“ zu tragen?

Die beiden Freunde kennen sich seit Schulzeiten. So sehr sich ihr Lebenslauf in manchen Punkten ähnelt, so unterschiedlich ist doch ihre Herkunft. Gerhard Geisel (Jahrgang 1944) ist Ur-Lüdenscheider. Er kam am Buckesfeld zur Welt, wo schon sein Urgroßvater Pächter eines Kottens war. Dietrich Leutloff (Jahrgang 1941) dagegen wurde in Berlin geboren. Flucht und Vertreibung führten ihn und seine Familie über Schlesien und Bayern schließlich nach Lüdenscheid, wohin sich sein Vater – ein Lehrer – beworben hatte.

Beide studierten Sport, Deutsch und Geschichte fürs Lehramt. Ihre Wege führten über diverse Lüdenscheider Schulen, wobei sich Gerhard Geisel als Rektor der Grundschule Bierbaum auch in der Lehrergewerkschaft GEW und 20 Jahre lang als Sprecher der Lüdenscheider Grundschulleiter und als Schulausschussmitglied engagierte. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 2000 war die Anerkennung dafür.

Eine weitere Gemeinsamkeit der Buch-Autoren: Sie sind verheiratet, haben erwachsene Kinder und waren viele Jahre lang ehrenamtliche Schöffen am Amts- beziehungsweise Landgericht. Während Gerhard Geisel sich stark für Literatur und Kunst interessiert, zieht es Dietrich Leutloff hin zur Gartenarbeit und zum Wandern. Wie charakterisiert sich das Duo denn nun gegenseitig? Gerhard Geisel betont: Ich bin froh, dass wir das Buch zusammen gemacht haben. Ich schätze die akribische Arbeitsweise meines Freundes sehr.“ Und Dietrich Leutloff wandelt mit Blick auf seinen Co-Autor ein Gedicht von Eugen Roth um: „Ein Mensch erblickt das Licht der Welt, und oft hat sich herausgestellt nach manchem trüb verbrachten Jahr – dass dies ein guter Lichtblick war.“ - Willy Finke

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