„Gentlemen lassen ihren Martini nicht schütteln“

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Wanja Weippert bot den Besuchern des Caféhauskonzertes einen gar nicht musikalischen Klassiker an – einen Martini wie ihn James Bond mag, allerdings gerührt und nicht geschüttelt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Ein wahrer Genießer, so erfuhren die Gäste am 2. Weihnachtstag beim Caféhauskonzert im Lüdenscheider Kulturhaus, hält es nicht wie James Bond. Der sei ein Banause, was die Zubereitung seines geliebten Martini-Cocktails angehe. „Gentlemen lassen ihren Martini keinesfalls schütteln, weil er dadurch verwässert wird“, wusste Stefan Weippert vom Adonis Salonorchester zu berichten.

Zu dessen fünftem Caféhauskonzert waren rund 200 Gäste in den ausverkauften Bühnensaal des Kulturhauses gekommen. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Musikfreunde unter dem Motto „Krimi und Co.“ ein ebenso unterhaltsames wie stimmig konzipiertes Programm. Es bot einen umfassenden musikalischen Überblick über die vielfältigen Spielarten des Kriminalfilms, leistete sich aber auch einige Abstecher in andere Film-Genres. Mit Musiken aus den James-Bond-Filmen leitete das Orchester den Abend ein. Neben Stefan Weippert am Bass standen wie gewohnt Wanja Weippert alias Hanna von Pelz (Gesang), Thomas Wurth (Trompete, Gesang), Frank Zabel (Klavier) und Klaus Sonnabend (Schlagzeug, Gesang) auf der Bühne. Dem Bond-Hauptthema folgte der Titelsong zu „Goldeneye“, bei dem Sängerin Wanja Weippert erfolgreich Tina Turner Konkurrenz machte. Wie exzellent ein stilecht zubereiteter Martini schmeckt, konnten die Gäste hautnah erleben, da Wanja Weippert jenen berühmten Drink für die Besucher zubereitete.

Im Anschluss an ein Zwischenspiel mit der Titelmusik des Spielfilms „Mission Impossible“ befassten sich die Musiker mit der deutschsprachigen Krimi-Welt. Einem charmanten Ausflug in Schlager-Gefilde – Thomas Wurth bewies bei „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, dass er gesanglich Bill Ramsey das Wasser reichen kann – folgte die Derrick-Titelmelodie. Über den Kriminal-Tango fanden die Musiker zum „Tatort“, der neben Klaus Doldingers Titeltrack mit einer jazzig-chilligen Variante von Klaus Lages „Faust auf Faust“ würdig repräsentiert wurde.

Im zweiten Programmteil stand der „Film Noir“ im Mittelpunkt. Wie schon beim Caféhauskonzert 2009 präsentierten die Salonorchester-Musiker einen selbst gedrehten Streifen im Film-Noir-Stil, dem das verschneite Lüdenscheid als Drehort eine besondere Atmosphäre verlieh. Neben Stücken aus dem amerikanischen und dem französischen Film Noir – einer der Höhepunkte war die von Wanja Weippert facettenreich gesungene Titelmelodie des Jean-Gabin-Klassikers „Wenn es Nacht wird in Paris“ – kam Musik aus Filmen zum Zuge, die sich lediglich der Stilmittel des Film Noir bedienen wie die Comic-Verfilmung „Dick Tracy“.

Bei dem kraftvollen Stück „Who wants to life forever“ von „Queen“ aus dem Fantasy-Film „Highlander“ überzeugte Schlagzeuger Klaus Sonnabend als Sänger. Als Zugabe servierte das Salonorchester einen besonderen Leckerbissen: Wanja Weippert interpretierte das spanische Original des Songs „Sway“, der aus einer Szene im Science-Fiction-Kultfilm „Dark City“ im Gedächtnis bleibt. ▪ bot

Am 8. Januar tritt das Adonis Salonorchester mit dem Krimi-Programm ab 19 Uhr beim Neujahrsempfang des „Vereins der Freunde italienischer Kultur“ auf. Am 3. März spielen die Musiker ab 18 Uhr auf Einladung der CDU-Seniorenunion. Beide Veranstaltungen finden im Kulturhaus statt. Weitere Infos: http://www.adonis-salonorchester.de.

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