Konjunkturpaket in der Corona-Krise

KFZ-Handel: Genervt vom "Hokuspokus mit den Kaufprämien"

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Vor Corona waren Autoschauen beliebt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Kaufprämien als Entscheidungshilfe sind aber nicht unumstritten.

Lüdenscheid - Mit aufgestockten Kaufprämien für E-Autos und Hybridwagen will der Bund klimafreundlichere Antriebe fördern und Kaufanreize geben. Doch nicht für jeden sind immer neue Prämien der richtige Weg für die Branche. 

Die Wirkung von Prämien ist umstritten, die erhofften Absatzsteigerungen keineswegs eine natürliche Folge. Aber:  „Das ganze Jahr wird noch eine Glaskugel“, sagt Klaus Ballauf, Vorsitzender der Kfz-Innung und Geschäftsführer von B&R-Automobile am Römerweg. Teil des Konjunkturpakets ist, deutlich höhere Prämien für Elektroautos vorzusehen, während sich die Koalition gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Dieselautos ausgesprochen hat.

Ballauf zeigte sich in einer spontanen Reaktion ausgesprochen genervt von dem „ganzen Hokuspokus mit den Kaufprämien“. Ob das für Plug-in-Hybride oder nur normale Elektroautos gelte – das war direkt nach Bekanntgabe des Pakets noch nicht klar.

Im Moment seien zudem kaum Elektroautos lieferbar. Dazu komme: „Nur drei Prozent der Kunden interessieren sich dafür, weil sie nicht wissen, wo sie laden sollen.“ „Wie soll das funktionieren“, fragt er sich in Bezug auf die Mehrwertsteuersenkung. Auslieferungen werden verzögert, glaubt er: „Da bin ich mal gespannt.“ 

Eher skeptisch sieht er die Rede von „Auswirkungen mit Wumms“. Ihn bewegt Grundsätzliches: „Ich bin gerne im Automobilgeschäft. Aber den Wandel muss man mitmachen.“ Wie also sieht die Zukunft des Automobilgeschäftes aus? Solche Fragen beschäftigen den Innungsvorsitzenden mehr als die nächste Prämie, die in der Leasingrate verschwindet.

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