Vom Gemeinwohlhelfer zur Festanstellung

Eva Alders, Leiterin des Johanniter-Stift, mit den Mitarbeiterinnen Martina von Kiedrowski, Tanja Bogujevci, Anna Waliszek, Carmen Brand und Sozialdienstleiterin Nadine Schlieper (v.l.).

LÜDENSCHEID ▪ Sie begannen als Ein-Euro-Jobberinnen im Johanniter-Stift an der Harlinger Straße oder im Johanniterhaus am Hagedornskamp. Doch inzwischen sind sie fest angestellt und dankbar für die neuen Chancen, die sie erhalten haben. „Das war für mich das Sprungbrett zurück in die Arbeit. Hier kann ich mich beweisen“, sagt Martina von Kiedrowski.

Die 59-Jährige ausgebildete Einzelhandelskauffrau verlor nach einer längeren Erkrankung ihren Job und war fünf Jahre lang arbeitslos. Über die Agentur für Arbeit und die Gesellschaft zur Förderung der Arbeitsaufnahme (GfA) wurde sie zum Johanniter-Stift vermittelt und arbeitet jetzt an der Rezeption.

Leiterin Eva Alders, die auch die Einrichtung am Hagedornskamp leitet, mag den Begriff Ein-Euro-Jobber nicht. „Für uns sind es Gemeinwohlhelfer, die gleichberechtigt in unseren Teams arbeiten und auch ein Mitspracherecht bei der Aufstellung des Dienstplans haben.“

Carmen Brandt ist seit 2009 dabei. Die 48-jährige gebürtige Rumänin war in ihrer Heimat viele Jahre beim Jugendamt beschäftigt. „Ich wollte mit Menschen arbeiten, aber meine Bewerbungen hatten keinen Erfolg.“ Jetzt ist sie seit 2009 bei den Johannitern und hat als Pflegeassistentin eine unbefristete 65-Prozent-Stelle. „Ich war psychisch nicht gut dran damals und skeptisch. Doch ich bin hier von sehr netten Kolleginnen integriert worden. Das hat mir sehr gut getan.“

Tanja Bogujevci ist gelernte Gärtnerin, kam nach zwölf Jahren aus dem Rheinland nach Lüdenscheid zurück und suchte als Alleinerziehende eine Arbeit. „Ich wollte gern in die Pflege.“ Über den Ein-Euro-Job kam die 36-Jährige zum Johanniter-Stift und macht jetzt berufsbegleitend eine vierjährige Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin. „Hierhin kann ich mein Kind auch mal mitbringen, wenn ich niemanden zur Betreuung habe. Das ist sehr beruhigend für mich.“

Ähnlich geht es Anna Waliszek. Die 46-jährige Verkäuferin ist ebenfalls alleinerziehend und kam nach längerer Erziehungspause nicht mehr zurück in ihren Beruf. „Wobei die Arbeitszeiten als Verkäuferin für Alleinerziehende nicht gerade gut sind.“ Nun hat sie eine unbefristete halbe Stelle an der Rezeption.

Monika Kevelmacher war früher Verkäuferin bei Schlecker. Schnell merkten Sozialdienstleiterin Nadine Schlieper und Leiterin Eva Alders, dass die 54-Jährige ein Händchen für die Pflege hat. Nun ist sie schon seit 2005 als Pflegeassistentin bei den Johannitern.

„Wer über die GfA zu uns vermittelt wird, kann in der sechsmonatigen Zeit, die die Beschäftigung dauert, sehen, ob sie zu ihm passt. Wir umgekehrt auch, ob sich die Betroffenen eignen. Inzwischen arbeiten bei uns sechs Vollzeitbeschäftigte und vier machen berufsbegleitend eine Ausbildung. So sorgen wir auch selbst für Nachwuchskräfte“, betont Eva Alders.

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