Gestaltungssatzung in Lüdenscheid

Innenstadt-Händler diskutieren erste Ideen

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Wer im Center parkt, ist für die Innenstadt als Kunde verloren, glaubt mancher Einzelhändler. Deshalb gibt es die Idee, mehr alternative Parkmöglichkeiten frühzeitig auszuschildern.

Lüdenscheid - Gestaltungssatzung, Leerstandsmanagement, Interessenvertretung für Innenstadt-Händler – „das können die doch mal eben mit machen“. Diese Einstellung spürt LSM-Geschäftsführer André Westermann (Lüdenscheider Stadtmarketing). Doch „mal eben“ gehe nicht, betont er, und sieht stattdessen eher langfristige Ziele: „Wir müssen das Bewusstsein schärfen, dass wir gemeinsam als Standort auftreten.“

Auch deshalb ist er im Gespräch mit den Gruppen von Einzelhändlern und Geschäftsleuten, die sich zur Interessenwahrnehmung gefunden haben. Was sich an einzelnen Fragen der Gestaltungssatzung entzündet hat (Stichwort „Luftballonrevolution“), beschäftigt inzwischen Zirkel in der Oberstadt, der Wilhelmstraße, auf Stern- und Rathausplatz sowie am Knapp.

Man spricht miteinander, formuliert Themen, macht Umfragen und Lösungsvorschläge. Dauerthema für Gastronomen ist etwa ein Windschutz um Außensitzplätze, was die Stadt bislang ablehnt. Die Idee: transparente Elemente sollen den Eindruck von „Käfighaltung“ verhindern.

Auf der Suche nach einer Organisationsform sind Vereinsgründungen – wie „Onkel Willi und Söhne“ – im Gespräch.

Für André Westermann wäre das nicht die schlechteste Form der Bündelung von Interessen. „Es ist grundsätzlich gut, wenn man nicht mit 50 Mann am Tisch sitzt“, findet er.

Denn dass er als LSM-Vertreter wissen will, wo der Schuh drückt, betont er ausdrücklich. Zugleich weist er aber auch auf die besondere Rolle der LSM als „operativem Arm der WKL“ hin. Die Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid ist ein Zusammschluss von rund 25 großen und kleineren Akteuren (z.B. Stern-Center, Obi, Sonneborn, IG Wochenmarkt, aber auch Benkhofer oder Niedergesäss); Vorsitzende ist Christel Gabler.

WKL-Mitglieder zahlen, nach Beschäftigten gestaffelt, Beiträge, aus denen wiederum Aktionen finanziert werden. Mit 0,75 Stellen sei man personell aber nicht in der Lage, zusätzliche Aufgaben zu stemmen: „Leerstandsmanagement – das können wir nicht.“

Er sieht seine Aufgabe eher darin, eine langfristige Strategie für die Stadt zu entwickeln. Einen Beitrittsboom der unzufriedenen Innenstädter verzeichnet die WKL allerdings auch nicht. Westermann schiebt das auf „historisch gewachsene Vorbehalte“. „Wenn ich sage: ‘Hier ist ein Mitgliedsantrag’, dann baue ich die Mauer nur noch höher“, glaubt er. Und setzt auf behutsame Annäherung.

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