Handlungsbedarf in Sachen Inklusion

LÜDENSCHEID - Mit aktuell weniger als 20 Anmeldungen an den weiterführenden und ebenso viele an den Grundschulen startet Lüdenscheid zum neuen Schuljahr in die Zeit der Inklusion.

Diese vorläufigen Zahlen nannte auf LN-Anfrage Hermann Scharwächter, Fachbereichsleiter für Schule und Bildung, im Vorfeld der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 18. März. Es könnten bis zum Start des Schuljahres noch weitere Anmeldungen erfolgen, und klar sei: „Wir müssen den Eltern ein Angebot machen.“

In organisatorischer Hinsicht besteht bis dahin aber noch Handlungsbedarf. Zwar sollen im Grundsatz in Zukunft alle Lüdenscheider Schulen inklusiv arbeiten, das heißt, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen uneingeschränkt miteinander zur Schule zu gehen. Doch in der Praxis muss das geregelt werden. Denn nicht alle Lüdenscheider Schulen sind bislang dafür gerüstet, und mit Blick zur Beispiel auf Förderschulstunden sei es sinnvoll, dass zunächst einige Schulen dafür tauglich gemacht werden, so Scharwächter. „Es ist eine große Bereitschaft da“, hat Scharwächter festgestellt, „und zwar bei allen Schulformen“.

Doch die gemeinsame Beschulung wird trotzdem tief in die Schullandschaft eingreifen. Denn Eltern können zwar über die künftige Schulform für ihr Kind selbst bestimmen, doch die Entscheidung könnte durchaus auch lauten, dass es auf eine der spezialisierten Förderschulen geht. Andersherum könnten sinkende Anmeldezahlen dazu führen, dass die erforderliche Mindestgröße von 144 Kindern und Jugendlichen nicht dauerhaft gesichert werden kann. Und Parallelstrukturen kosten Geld.

Trotzdem ist Scharwächter zuversichtlich, dass in Lüdenscheid die Friedensschule als Förderschule für Kinder mit Lernbehinderung Bestand haben dürfte – und damit auch die Wahlfreiheit der Eltern. Wichtig sei aber auch, die dortigen Erfahrungen ins reguläre Schulsystem zu überführen. -  von Florian Hesse

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