Gemeinsame Erfolge, um „zusammen zu wachsen“

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Ralf Schwarzkopf. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Auch Lüdenscheid hat seine kleine Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit, zu der traditionell die CDU-Ortsunion einlädt. Im Markt der Stadtbücherei hatte gestern CDU-Vorsitzender Ralf Schwarzkopf seine Festrede mit der Frage überschrieben „Zwei Jahrzehnte Deutsche Einheit – ist zusammengewachsen, was zusammen gehört?“

Allein diese Frage ließ erahnen, dass für den CDU-Vorsitzenden eine gemeinsame deutsche Identität noch nicht gewachsen ist. Er verwies darauf, dass es immer noch eine ausgesprochene Ost-Identität in den neuen Ländern gebe, viele Menschen dort fühlten sich „als Bürger zweiter Klasse“. Demgegenüber stünden die Westdeutschen, von denen viele inzwischen die Kosten der Wiedervereinigung beklagten und glaubten, dass es ihnen in der alten Bundesrepublik besser gegangen sei. In vielen Details ließ Schwarzkopf die unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen und Lebenswelten in beiden deutschen Staaten Revue passieren, die die Menschen geprägt haben. Er verwies auf Westdeutsche, die wenig Interesse „an den neuen Landsleuten“ gehabt hätten, und die Probleme, die Ostdeutsche damit gehabt haben, sich plötzlich in einem völlig anderen Gesellschaftssystem zurechtzufinden. Durchaus provozierend in beide Richtungen, stellte Schwarzkopf die Arroganz des Westens der verbreiteten Trauer um eine verklärte DDR im Osten gegenüber.

Um ein Zusammenwachsen zu erreichen, ermunterte Schwarzkopf, gemeinsame Erfolge zu schaffen und zu feiern – wie in der Bundesrepublik mit dem Wirtschaftswunder und in der DDR mit der friedlichen Revolution. Auch im Westen sollten die positiven Entwicklungen in den neuen Ländern wahrgenommen werden. „Suchen wir die Auseinandersetzung, versuchen wir einander besser zu verstehen.“ Nicht jammern und klagen, sondern Leistung und Eigeninitiative seien gefragt. „Dann, nur dann, werden wir im vereinten Deutschland nicht irgendwie zusammenwachsen, sondern zusammen wachsen“, beendet Schwarzkopf seine Rede mit einem Wortspiel.

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider übernahm die Ehrung der Jubilare. Im Besonderen würdigte er die Verdienste des langjährigen Ratsmitglieds August-Wilhelm Cordt, des ehemaligen Bürgermeisters Friedrich-Karl Schmidt und von Marianne Scholz, engagiert tätig unter anderem in der Senioren- und der Frauenunion. Die Jubilare im einzelnen: Egon Bortz, Walburga Christian, August-Wilhelm Cordt, Reinhold Exel, Rüdiger Gehler, Gerhard Henrich, Hansmartin Hoffmeister, Christel Jäger, Friedhelm Raulf, Friedrich-Karl Schmidt, Paul Sichelschmidt und Maria Theresia Skups (40 Jahre), Hermann Benninghaus (30 Jahre), Thomas Altmann, Rolf-Peter Bubert, Annette Cordt, Rudolf Niedergesäß, Marianne Scholz und Barbara Servatius (25 Jahre). ▪ gör

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